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Bigbands ganz groß

Von KLAUS WINTERBERG, 12.11.06, 18:22h

Ohne das Freundschaftstreffen „Big Friends Meet Bigbands“ hätte den Jazztagen etwas gefehlt. Die drei unterschiedlichen Bands zeichnet eines gemeinsam aus: Sie werden von besessenen „Big-Bandits“ geleitet.

BILD: RALF KRIEGER
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"Blowshop" lieferte klassischen Bigband-Sound ab.
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"Blowshop" lieferte klassischen Bigband-Sound ab.
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Uli Wewelsiep und Sängerin Katja Meyer.
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Der Sensenhammer platzte aus allen Nähten. Akustisch und stimmungsmäßig. Dass der geballte Groove nicht die alten Maschinen von selbst wieder zum Laufen brachte, war fast ein Wunder. - Offensichtlich arbeitet auch die Bigband-Szene in Netzwerken. Man kennt sich, man ist nicht nur Konkurrenz, man kooperiert. So kam auch dieser Abend zustande. Die Amateure der Musikschulen Leverkusen und Frechen planten einen gemeinsamen Gig, gewannen die Bayer-Profis dazu, und schon fanden sie sich im Programm der Jazztage. Oder so ähnlich.

Die drei unterschiedlichen Bands zeichnet eines gemeinsam aus: Sie werden von besessenen „Big-Bandits“ geleitet. Johannes Lemke macht das beim Leverkusener „Blowshop“, Paul Pesch bei der MSF-Bigband und Jörg Kaufmann bei Bayer. Ihre Kompetenz ist so groß wie ihre Begeisterung. Was Lemke und Pesch mit ihren Klangkörpern aus Schülern und Ehemaligen auf die Beine und die Bühne stellen, ist erstaunlich - und erfreulich. Mochte auch das Programm unterschiedliche Präferenzen zeigen, in der Umsetzung der Arrangements sind die Bands vergleichbar: harmonisch furchtlos, markante Bläsersätze aus einem Guss, eine unglaubliche Rhythmusdisziplin mit untrüglichem Instinkt für alles, was treibt und swingt - Grundvoraussetzung für alles andere.

„Blowshop“ erwies dem klassischen Bigband-Sound alle Ehre, rein instrumental, wie als Begleitband für Sinatra-Songs. Dabei zeigte sich Christopher Klassen als ernsthafte Stimmkonkurrenz für den Entertainer Uli Wewelsiep. Eine komplexe und komplizierte Auftragskomposition von Paul Terse, Klavierlehrer in Leverkusen, stellte die Frage, wohin die Bigband-Literatur gehen kann: vorzüglich interpretiert, Antwort offen. Die Frechener entschieden sich für den Süden und die Westküste der USA. Eine gute Entscheidung, die rundherum großen Spaß bereitete.

Und dann kamen die „Big Friends“ von Bayer. Ein akustisch wie optisch spektakulärer Einmarsch auf die Bühne, zwei Titel, die das Programm stilistisch absteckten und Peter Lorenz mit Soul, R & B und Funk. Ab seinem Auftritt war es mehr oder weniger seine Show in bekannter Perfektion. Die Frage, ob nun Joe Cocker oder Ray Charles der bessere Sänger sei, ließ sich locker zugunsten Peter Lorenz entscheiden.



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