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Dem Stadtoberhaupt was vom Pferd erzählt

Von JAN STING, 06.02.07, 18:37h, aktualisiert 07.02.07, 10:29h

Das Lise-Meitner-Gymnasium startete gestern ein Vorleseprojekt. Auf Wunsch kommen Schüler und entführen in die Welt von Lieblingspferden, Drachen oder verrückten Rittern.

BILD: RALF KRIEGER
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Eine Vorlesestunde mit Oberbürgermeister Ernst Küchler: Die 5 d des Lise-Meitner-Gymnasium stellte ihre Lieblingsbücher vor.
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Eine Vorlesestunde mit Oberbürgermeister Ernst Küchler: Die 5 d des Lise-Meitner-Gymnasium stellte ihre Lieblingsbücher vor.
„Viel Glück im Beruf und im Leben überhaupt.“ Tim und Arian aus der 5 d des Lise-Meitner-Gymnasiums meinten es gestern gut mit Oberbürgermeister Ernst Küchler. Sie drückten ihm eine Mappe mit selbst gemalten Bildern in die Hand, und die Wünsche gab' s dann ganz spontan dazu. Womöglich hatte der Sympathiebeweis seinen Grund darin, dass das Stadtoberhaupt ihnen und ihren Mitschülern so gut zugehört hatte. Und ein bisschen sind sie schließlich mittlerweile so etwas wie „alte Bekannte“. Im November hatte Küchler nämlich anlässlich des bundesweiten Vorlesetags in der Klasse aus dem kleinen Prinzen vorgelesen. Jetzt revanchierte man sich.

Kleine Episoden aus ihren momentanen Lieblingsbüchern lasen die Kinder vor. Es war der Auftakt zur mehrmonatigen Aktion „Lise liest vor“. Schulbibliothekarin Heike-Susanne Schmidt knüpfte schon den Kontakt zu Krankenhäusern und Altenheimen. Und das Angebot der Schülerinnen und Schüler einiger Klassen gilt: Auf Wunsch lesen sie allen interessierten Bürgern etwas vor - sie können sich im Schulsekretariat unter 0214 / 83 02 60 anmelden. Auch Bücher in englischer oder französischer Sprache werden vorgelesen. Laut Schmidt soll das Projekt dazu beitragen, die Lesekompetenz auch außerhalb der Schule zu fördern. Und da die Schule ihrerseits Ehrenamtliche in zahlreiche Projekte für die Schüler einbindet, engagieren sie sich im Gegenzug, indem sie anderen ihre Zeit schenken und ihnen etwas vorlesen.

Küchler genoss den Einblick in die Lieblingslektüre, entspannt lehnte er sich zurück. Mit Titeln wie „He Paps, ich brauch mehr Taschengeld“ zeigten die Kinder, was gelesen wird. Es ging um das Traumpferd „Mississippi“, um Drachen, „Waldtrolle“ oder üble Erpresser. Richtig gut gefiel dem Oberbürgermeister der kleine Krimi, in dem es um leckere Kekse ging. Danach wurde es allerdings ein bisschen unappetitlich. Handelte der Text doch von Hundehaufen, die von Quertreibern mit Absicht auf die Gehwege gelegt wurden.

Lebendig war auch die Geschichte, die sich Lena ausgesucht hatte. Ein verrückter Ritter kämpft mit dem Besenstiel gegen den Wäscheständer. Alles endet in einem Tohubawohu, und am Ende kommt die Polizei. Nina las aus Harry Potter. Warum ihr die Bücher so gut gefallen? „Nun, das liegt daran, dass Harry so tapfer kämpft“, verriet die Elfjährige. Als „Leselöwe“ bezeichnete sie sich nur zögernd. Lange habe es ihr nämlich nicht so großen Spaß gemacht, vorzulesen. Aber das Training, und die Zeit, die sie lesend mit ihrer Mutter verbracht hat, brachten sie auf den Geschmack. Mit Spannung las sie ihren Mitschülern von Ungeheuern vor. Und das nach einem ausgiebigen Schultag, an dem auch eine Klassenarbeit auf dem Plan gestanden hatte.



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