Von ANA OSTRI´C, 10.09.07, 16:41h, aktualisiert 11.09.07, 17:07h
Kurz vor elf Uhr gestern Vormittag hing es in der Luft: Das Aquamobil. Die auf vier Edelstahlbeinen stehende Skulptur wurde, befestigt an Seilen, aus dem leeren Wasserbecken gehoben und schwebte waagerecht über dem Beton. Die Mitarbeiter der Spedition Niesen waren schon am frühen Montagmorgen mit zwei Ladekränen angerückt und hatten die 50 Zentner schwere Plastik in der Mitte, entlang der Schweißnaht, getrennt.
„Es wird bei uns in Küppersteg gelagert“, erklärte Spediteur Klaus Niesen, „bis die Stadt entscheidet, was passiert.“ Das zweigeteilte Aquamobil, entworfen vom Stuttgarter Künstler Gottfried Gruner, war im April 1977 vor dem Rathaus aufgestellt worden.
Was aus dem Aquamobil wird, steht noch in den Sternen. Petra Springer-Liedtke, bei der Stadtverwaltung zuständig für Gebäudeunterhaltung, sagte, dass über alternative Standorte bereits nachgedacht worden sei. Doch bislang sei die Suche ohne Erfolg geblieben. Dennoch hoffe sie, dass das Aquamobil nicht allzu lange im Container liegen werde: „Dann ist es irgendwann aus dem Bewusstsein verschwunden, das wäre schade.“
In der Diskussion standen der Neulandpark, der Ophovener Weiher und der Wildpark Reuschenberg. Der Neulandpark komme, so Stadtsprecherin Irmgard Schenk-Zittlau, nicht in Frage, weil die Befestigung des Aquamobils auf der Altlast schwierig sei. Und im Reuschenberger Wald stünden einfach zu viele Bäume, so dass es dort keine geeignete Freifläche gebe. Geld spiele auch eine Rolle, denn neben den Kosten für Ab- und einen eventuellen Aufbau müsse das in die Jahre gekommene Stück restauriert werden. Außerdem konzentriere man sich jetzt erstmal auf die Umgestaltung der Stadtmitte. Nur wenige Schaulustige waren zum Rathausvorplatz gekommen, um den Abbau des umstrittenen Kunstwerks zu verfolgen. „Schön war es nicht, aber interessant“, meinte Passantin Waltraud Niesen, als das zweigeteilte Wasserspiel auf die Lkw gehievt wurde. Ein Spaß sei das Aquamobil vor allem für Kinder gewesen. Heinz Kasik dagegen konnte sich in 30 Jahren nicht mit dem vermeintlichen Kunstwerk anfreunden. „Ich kann drauf verzichten“, meinte der Wiesdorfer, „gut, dass was Neues hierhin kommt“. Außerdem sei das Aquamobil die Hälfte der Zeit sowieso nicht in Funktion gewesen. Deswegen solle es auch nicht mehr aufgestellt werden. „Gefallen hat es mir schon“, sagte dagegen Waltrud Besting, „es hat doch all die Jahre hier gestanden.“ Sie wünschte sich, dass das Aquamobil bald ein neues zu Hause findet: „Da wo es viele sehen.“
Weitere Bilder unter
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|