Von ANA OSTRI´C, 02.03.08, 19:57h, aktualisiert 03.03.08, 13:18h
Am frühen Sonntagmorgen machte sich eine junge Fußballerin auf den Weg zum Bayer-Werk. Laufen wollte sie dort, ausnahmsweise ohne Ball, dafür aber mit einem roten Staffelstab in der Hand. Marie Heinemann (11) trat mit drei Klassenkameraden vom Lise-Meitner-Gymnasium - zwei Mädchen und einem Jungen - in der Schülerstaffel an.
Für die Fünftklässlerin, die in ihrer Freizeit beim SC Hitdorf Fußball spielt, war es die Premiere beim Lauf „Rund um das Bayer-Kreuz“. Dafür hätte sie sich besseres Wetter gewünscht. „Aber besser so, als zu doller Sonnenschein oder Regen“, meinte Teamkollegin Lisa Sauer und gab sich optimistisch. Vorbereitet hatten sich die Mädchen im Sportunterricht und auch nach Schulschluss. „Wir sind auf der Kurt-Riess-Anlage gelaufen“, erklärte Lisa. Trotz gewissenhaftem Training gingen die Mädchen entspannt auf die 4 x 2,5-Kilometer-Strecke. 15 Minuten würde sie brauchen, schätzte Marie: „Aber ich mache es nur, weil es Spaß macht.“
Schüler und Lehrer des Lise-Meitner-Gymnasiums trafen sich rund zwei Stunden vor dem Startschuss für ihre Staffeln in einem eigens aufgestellten Pavillon. Sportlehrer Sebastian Knittel verteilte geduldig Startnummern, Staffelstäbe und Zeitmessgeräte. „Wir versuchen zu forcieren, dass die Kinder mehr für ihre Ausdauer tun“, erklärte Knittel.
24 Schüler-Quartetts
Mit Erfolg: 24 Schüler-Quartetts der Wiesdorfer Schule machten beim Lauf mit. Auch die Lehrer stellten drei Staffeln. So musste auch Referendarin Marlene Krayer am Sonntag die Joggingschuhe schnüren. „Laufen mag ich nicht so gerne“, gab sie überraschenderweise zu. Wenn schon, dann jogge sie lieber „lang und langsam“, als 2,5 Kilometer schnell. Deshalb hoffe sie, so Krayer, dass sie beim Rennen neben ein paar langsameren Schülern her laufen könne.
Als um 10 Uhr der erste Startschuss für den 1-Kilometer-Schnupperlauf fiel, hatten sich bis auf anfeuernde Eltern kaum Zaungäste eingefunden. Das ungemütliche Wetter dürfte schuld gewesen sein. Mit dem Wind hatten die Organisatoren zu kämpfen, weil er kräftig an den Absperrungen rüttelte. Die Läufer indes bekamen den Gegenwind auf dem Rundlauf zu spüren, der sie übrigens nicht rund um das Bayer-Kreuz, sondern um den Carl-Duisberg-Park führte. Während Top-Athletin Melanie Kraus vom TSV Bayer 04 den Hattrick schaffte und zum dritten Mal in Folge gewann, musste sich eine sechsjährige Opladenerin bei ihrer dritten Teilnahme mit einem zweiten Platz begnügen. Der Wind habe sie sehr gestört, berichtete Leonie nach der Siegerehrung. Trotz der Routine, die die Sechsjährige dank vieler Teilnahmen an Laufveranstaltungen schon vorweisen kann, sei sie am Morgen ziemlich aufgeregt gewesen. „Ich hab nur ein bisschen gefrühstückt“, sagte Leonie. Dafür gab es am Samstagabend eine „Pasta-Party“, um die nötigen Kohlenhydrate zu bunkern. Enttäuscht war sie aber nicht, schließlich konnte sie mehrere Sachpreise mit nach Hause nehmen. So strahlen können wohl nur die Augen von Kindern, wenn sie für ihren Schweiß belohnt werden.
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