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Rechter Aktivist sitzt hinter Gittern

Von HANS-GÜNTER BOROWSKI, 14.03.08, 20:21h, aktualisiert 14.03.08, 20:22h

Einer der Anführer der rechtsextremistischen „Autonomen Nationalisten Leichlingen“ (ANL) ist festgenommen. Der 17-jährige junge Mann ist schon seit langem im Visier des Staatsschutzes der Polizei.

BILD: BRITTA BERG
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Trotz einer Verurteilung wegen Raubes blieb der kriminelle Jugendliche ein Fall für den Staatsschutz.

Leichlingen - Einer der Anführer der rechtsextremistischen „Autonomen Nationalisten Leichlingen“ (ANL) ist am Freitag festgenommen worden. Der 17-jährige junge Mann, der schon seit langem im Visier des Staatsschutzes der Polizei ist, wurde am Morgen in seiner elterlichen Wohnung nahe des Bahnhofs wegen anhaltender Sachbeschädigungen und mehrerer gefährlicher Körperverletzungen gegen politische Gegner vorläufig verhaftet. Beamte der Leichlinger Wache vollstreckten einen Haftbefehl, den ein Richter des Amtsgerichts Leverkusen auf Antrag der Kölner Staatsanwaltschaft erlassen hatte.

Hohe Haftstrafe

Der Jugendliche steht im Verdacht, maßgeblich für die Flut von Graffiti, Aufklebern und Parolen verantwortlich zu sein, die seit Monaten Häuserwände, Bushaltestellen, Brücken und Straßenschilder verunstalten und Anwohner und Bürgerschaft empören. Er ist schon mehrfach angezeigt worden, wurde wegen seiner politisch motivierten Taten bislang aber nicht belangt. Sie traten hinter einer hohen Haftstrafe zurück, zu der er Anfang des Jahres in anderer Sache verurteilt worden ist: Wegen Raubes und anderer Straftaten ist er wie berichtet im Januar am Amtsgericht Leverkusen zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe fiel so hoch aus, weil er trotz seines jungen Alters bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft war und unter Bewährung stand. Auch dieses harte Urteil hat ihn offenbar aber nicht beeindruckt. Da er Berufung gegen die Entscheidung eingelegt hatte, war er bisher auf freiem Fuß. Und in dieser Zeit ist er durch seine politischen Aktionen mit den sich nationalsozialistisch verstehenden rechten Autonomen immer wieder aufgefallen. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, werden ihm insbesondere acht Straftaten aus dem Zeitraum zwischen November 2007 und März 2008 vorgeworfen, darunter auch Körperverletzungen, Diebstähle und Nötigungen. Der letzte Fall von Sachbeschädigung stammt aus dieser Woche: Der 17-Jährige ist von einem Zeugen, der ihn anzeigte, dabei beobachtet worden, wie er den Parkscheinautomaten am Leichlinger Bahnhof erneut mit Agitation der ANL beklebt hat. Da war der Haftbefehl gegen ihn aber offenbar schon unterschrieben: Der Haftrichter stimmte der Staatsanwaltschaft zu, dass der Leichlinger Nationalist wegen der unverkennbaren Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft genommen werden müsse. Nach Lage der Dinge wird er das Gefängnis bis zum Antritt seiner Haftstrafe aus dem Raub-Verfahren wohl nicht mehr verlassen.



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