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Noch geben Zeitzeugen Auskunft

Von ANA OSTRI´C, 03.04.08, 18:54h, aktualisiert 03.04.08, 18:55h

Im Lise-Meitner-Gymnasium können Besucher in die Zeit der fünfziger Jahre eintauchen. In der Ausstellung steht aber nicht der Rock'n' Roll im Mittelpunkt. Es geht vielmehr um die Spuren, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hat.

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Schüler Tim Hector (v.l.), Schauspielerin Johanna Gastdorf, Lehrer Rainer Schulz und Autor Johannes Kube in der Ausstellung zur Nachkriegszeit in Leverkusen.
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Schüler Tim Hector (v.l.), Schauspielerin Johanna Gastdorf, Lehrer Rainer Schulz und Autor Johannes Kube in der Ausstellung zur Nachkriegszeit in Leverkusen.
Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums erforschten die Nachkriegszeit in Leverkusen.

Schmalzstullen, Malzbier und Petticoat - bei diesem Anblick werden für jene, die die fünfziger Jahre erlebt haben, Erinnerungen wach. In der Galerie des Lise-Meitner-Gymnasiums können die Besucher in diese vergangene Zeit eintauchen. In der Ausstellung steht aber nicht der Rock'n' Roll im Mittelpunkt. Es geht vielmehr um die Spuren, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hat, um zerstörte Häuser, Flüchtlinge und Notunterkünfte. Und es geht um die Menschen, die berichten können, wie es damals war.

Schülerinnen und Schüler des Kurses Regionalwissenschaften haben zur Nachkriegszeit in Leverkusen geforscht. Lehrer Rainer Schulz hat mit den Neuntklässlern Kontakte geknüpft, zum Opladener Geschichtsverein (OGV), zum Stadtarchiv und dem Kommunalen Kino. Unterstützung erfuhren die Lise-Schüler außerdem von der Schulbibliothek und der Medienfachberatung für Schulen. Entstanden ist eine Ausstellung mit Exponaten, Schriften, Bildern und Videos. Am Mittwochabend wurde sie eröffnet, mit Schmalzbrot und Malzbier, aber auch mit einem Zeitzeugengespräch. Johannes Kube hat die Nachkriegszeit in Opladen erlebt und seine Kindheitserinnerungen im Buch „Gekochte Steine essen“ aufgeschrieben. Die Schüler Lenia Zinßer und Tim Hector befragten Kube und wollten unter anderem wissen, welche Spielmöglichkeiten es für die Kinder damals gab.

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Kube erzählte von gefährlichen Freizeitvergnügen mit Gewehrpatronen, die er und seine Freunde am Birkenberg fliegen ließen: „Das knallte wahnsinnig.“ Zu Gast war auch Schauspielerin Johanna Gastdorf, die in der Waldsiedlung lebt. Sie berichtete von den Dreharbeiten zum Film „Das Wunder von Bern“, der in den fünfziger Jahren spielt und der gestern im Kommunalen Kino gezeigt wurde.

Für einige Schüler war das Projekt die erste Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg. „Ich dachte erst, das wird langweilig“, meinte Lisa Lauer. Aber im Laufe der Zeit habe sie doch Gefallen an dem Thema gefunden. Bleibenden Eindruck haben indes die Gespräche mit Zeitzeugen aus Leverkusen hinterlassen. „Das hat einen ziemlich berührt“, erinnerte sich Olivia Bodner an das Gespräch mit einem Ehepaar. „Wir haben noch die Möglichkeit, mit Zeitzeugen zu sprechen und das sollten wir auch nutzen“, meinte Juliana Ungemach.

Für die Ausstellung haben die Kurs-Mitglieder Tische zu den Themen Hamstern, Schwarzmarkt und Flüchtlingen zusammengestellt. Die Exponate, darunter alte Holz-Skier, Bügeleisen und Kleider, bekamen sie von den eigenen Großeltern, von den befragten Zeitzeugen und vom OGV. Gebastelt wurde auch: Aus Pappe bauten Schüler zerstörte Wohnungen und Massenunterkünfte im Miniaturformat nach.

Das Kommunale Kino zeigt in diesem Monat Filme zum Thema „Geschichte (er)leben: „50er Jahre“: „Die Ehe der Maria Braun“, „Die Mörder sind unter uns“, „Wir Wunderkinder“ und „Die Halbstarken“.

Weitere Bilder unter

 www.ksta.de/lev-fotolines



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