Von Ana Ostric, 27.04.08, 17:15h, aktualisiert 27.11.08, 15:34h
Susanne und Thomas Stobbe zogen Samstag los, um sich die frühlingshafte Leichtigkeit des Seins in die eigenen vier Wände zu holen - beziehungsweise davor. „Wir brauchen Blumen für die Kästen vorm Küchenfenster“, so Susanne Stobbe. Die Auswahl war groß, denn allerlei Blumenhändler präsentierten ihre grün-bunten Gewächse in der Wiesdorfer Fußgängerzone. Den Sonnenschein habe sie herbeigesehnt und auch das Bepflanzen der Blumenkästen: „Gestern hab ich noch gedacht, jetzt wird's Zeit.“
Mit Superlativen wie „Super dicker Butterfly-Lavendel“ oder „Polarstern - super lange Blütezeit“ konnten die Händler Susanne Stobbe aber nicht locken. Für den Blumenkasten mussten eher handliche Gewächse her, ein paar Balkonpflanzen „und etwas Rankendes“. Bei der Wahl der Sorte verließ sie sich auf den Rat der Expertin, „ich gucke auf die Farbe“. Und Ehemann Thomas? Der gab stumm nickend sein Einverständnis zu dem, was ihm demnächst vorm Fenster blühen wird: gelbe Husarenköpfchen, orange Petunien und cremefarbener Polarstern. „Er hilft mir beim Einpflanzen“, lachte Susanne Stobbe, „wir kriegen beide dreckige Finger.“
Zwischen den - sauberen - Fingern der Flanierer in der rappelvollen City waren häufig deftige Leckereien zu sehen. „Blumen kaufen, Bratwurst essen und Baustelle gucken“ wäre wohl ein passendes Motto für den Frühlingsfest-Dreikampf gewesen. Doch weil die Bagger unten in der Grube, wo mal Tiefgarage, Stadt- und Rathaus standen, am Wochenende still standen, hielten sich die meisten Schaulustigen nicht allzu lange am Bauzaun auf.
Schnittlauch für den Garten
Voll bepackt mit Einkaufskorb und diversen Tüten schlenderte Marie-Luise Becker durch Wiesdorf. Samstag ist schließlich Markttag. Neben Spargel und Kartoffel standen auch Fleißige Lieschen und Schnittlauch zum Einpflanzen in den heimischen Garten auf ihrem Einkaufszettel. Der Frühling und die warmen Temperaturen seien „das Thema“ an den Marktständen, verriet sie. Bei ihr zu Hause natürlich auch: „Ich hab am Donnerstag alle Pflanzen aus dem Keller in den Garten geholt.“ Das schöne Wetter habe indes noch weitere Vorteile. Man könne Kaffee im Garten trinken und die Wäsche draußen trocknen. Auf der neuen Wäschespinne nämlich, „die hat mein Mann gekauft“.
Im Neulandpark konnten die Besucher ihr Geld nicht in Wäschespinnen investieren, aber in Gartendekoration, -pflanzen und -möbel, Marmelade und Tiroler Schmalzbrote. Schwindelfreie konnte mit dem Kran eines Garten- und Landschaftsbauers 30 Meter hoch fahren und beim Blick auf den Kölner Dom noch einmal ein Hoch auf „Lars“ ausrufen. Er hat's verdient.
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