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Ex-Chefarzt Jürgen Ahlers

Fehlersuche vor Gericht geht weiter

Von Thomas Käding, 10.09.08, 13:26h, aktualisiert 10.09.08, 18:32h

Zwei fehlerhafte Knieoperationen bei Annegret Herrentals waren der Anfang vom beruflichen Ende des Chirurgen Jürgen Ahlers. Am Mittwoch wird der Eingriff vor dem Kölner Landgericht aufgearbeitet.

Jürgen Ahlers
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Jürgen Ahlers (Archivbild: Ralf Krieger)
Jürgen Ahlers
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Jürgen Ahlers (Archivbild: Ralf Krieger)
Leverkusen - Am Mittwochnachmittag erfolgt vor dem Kölner Landgericht der zweite Versuch, die beiden fehlerhaften Knieoperationen bei Annegret Herrentals juristisch aufzuarbeiten. Die Schlebuscherin war zunächst im November 2001 und ein weiteres Mal im Januar 2002 vom damaligen Chefarzt der Unfallchirurgie am Klinikum Leverkusen, Jürgen Ahlers, operiert worden. Der Fall sollte erhebliche Folgen haben:

Er steht am Beginn einer Vielzahl von Patientenklagen gegen Jürgen Ahlers, den früheren Chefarzt der Unfallchirurgie am Klinikum. Die Vorgänge, die Ende 2004, drei Jahre nach der Herrentals-Operation, ihren Lauf nehmen, läuten auch Ahlers' berufliches Ende in Leverkusen ein. Während Fachleute über andere Vorwürfe gegen Ahlers bis heute streiten, liegt über die beiden Knieoperationen bei Annegret Herrentals vor nunmehr sieben Jahren ein Bericht der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein vor. Darin stellt das Gremium, dem vier Ärzte angehören, im Herbst 2004 „Behandlungsfehler fest“.

Die Geschäftsführung des Klinikums reagiert hart: Ende November 2004 wird Ahlers mit einem vorläufigen Operationsverbot belegt. Drei Wochen später zieht der Chefarzt vor das Arbeitsgericht mit dem Ziel, das Verbot aufzuheben. Zu einer Verhandlung kommt es nicht: In letzter Minute einigen sich Klinikum-Geschäftsführung und Chefarzt auf Verhandlungen. Doch die Gespräche verlaufen fruchtlos:

Jürgen Ahlers wird am 30. Dezember 2004 fristlos entlassen - nicht nur, aber auch wegen der Behandlungsfehler bei Annegret Herrentals, deren juristische Aufarbeitung bis heute andauert. Der Arzt geht vor das Landesarbeitsgericht und erreicht dort im Herbst 2005 die Umwandlung seines Rauswurfs in eine fristgerechte Kündigung. Zwischendurch tut er im Klinikum Dienst; inzwischen arbeitet er in Mainz.

Im Juni 2005 kommt es zu einem öffentlichen Protest gegen den Arzt: Vor dem Klinikum ziehen Patienten auf, die Ahlers Behandlungsfehler vorwerfen. Vorbereitet wird die Aktion von Jan Herrentals, dem Ehemann der fehlerhaft operierten Schlebuscherin. Die öffentliche Aktion ist nicht alles:

Die „Initiative geschädigter Patienten Leverkusen“ (IgPlev) wird gegründet. Sie hat nach Angaben Herrentals' etwa 50 Mitglieder und trifft sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Darüberhinaus setzt sich der Zusammenschluss für eine bessere Betreuung der Patienten und ein Beschwerdemanagement am Klinikum ein. Nicht alle Bemühungen sind von Erfolg gekrönt. Telefonischer Kontakt zur Patienteninitiative: 0214 / 500 82 10.



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