Von Ana Ostric, 28.10.08, 18:24h, aktualisiert 28.10.08, 18:25h
Die 27 Zehntklässler erfuhren zunächst, was die Mitarbeiter des Fachbereichs so machen. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Karten vorzuhalten“, erklärte Fachleiter Jürgen Späker, „unser Zielmaßstab ist 1:500.“ Beim Vermessen würden zwar in den Instrumenten automatisierte Rechenvorgänge ablaufen, aber ohne das Wissen um Sinus, Cosinus und Tangens komme ein Vermessungstechniker nicht aus. Schülerin Annika Lenic freute sich über die Abwechslung im Schulalltag und ging zuversichtlich an die gestellten Aufgaben: „Ich glaube, das Messen ist nicht so schwer“. Sie lobte das Projekt, weil es der Theorie aus dem Unterricht „einen praktischen Bezug“ gebe. Außerdem habe sie Vermessungstechniker zwar schon bei der Arbeit gesehen, „aber ich wusste gar nicht, was die da machen“.
Theodolit
Annika und ihre Mitschüler lernten eine 200 Jahre alte Messmethode kennen. Per Zollstock ermittelten sie die Entfernung zwischen zwei Punkten und übertrugen die Werte auf das so genannte Messtischblatt, eine topographische Karte im Maßstab 1:5000. Auch die Höhe des Schulgebäudes galt es zu ermitteln. Ziegel zählen oder Zollstöcke aneinander legen mussten die Schüler aber nicht: Mit Hilfe eines Theodoliten, einem Vermessungsgerät, ermittelten sie die zur Berechnung benötigten Werte.
Mathematiklehrer Michael Kowalski, der die erfolgreiche Bewerbung für das „Planspiel Stadt“ abgeschickt hatte, lobte die Kooperation mit den Vermessungstechnikern. Normalerweise sei Mathematik „für uns als Anwender nicht ersichtlich“. Schulleiter Manfred Pulm glaubt, dass junge Menschen wieder Spaß an der Zahlenkunde haben: „Vor einigen Jahren war es noch schick, damit zu prahlen, dass man schlecht in Mathe war.“ Die Schüler der 10 e können seit gestern auch prahlen - mit dem geheimnisvollen Gon.
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