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Japaner bei den Jazztagen

Leverkusen steht auch für tolle Musik

Erstellt 05.11.08, 18:51h, aktualisiert 06.11.08, 10:54h

Der Japaner Reiji Maruyama erstattet seiner Heimat seit 10 Jahren als freier Journalist Bericht von den Leverkusener Jazztagen. Wir sprachen zwischen zwei Konzerten kurz mit dem 50-Jährigen.

Reiji Maruyama
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Kamera im Anschlag, Wörter im Kopf: Der Japaner Reiji Maruyama berichtet seiner Heimat von den Jazztagen. (Bild: Ralf Krieger)
Reiji Maruyama
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Kamera im Anschlag, Wörter im Kopf: Der Japaner Reiji Maruyama berichtet seiner Heimat von den Jazztagen. (Bild: Ralf Krieger)
Leverkusen - LEVERKUSENER ANZEIGER: Herr Maruyama, was macht ein japanischer Journalist bei den Jazztagen in Leverkusen?

REIJI MARUYAMA: Na, über das Festival berichten.

Nun gut, anders gefragt: Wie intensiv werden die Jazztage in Ihrer Heimat wahrgenommen?

MARUYAMA: Sehr intensiv. Die Japaner haben generell ein sehr großes Interesse an Musik aus anderen Ländern - und natürlich auch an Jazz. Es gibt in Japan viele Jazzmusiker. Es beschäftigen sich gleich zwei große Magazine mit dieser Musik: Das „Swing-Journal“ und „Jazz-Life“, für das ich schreibe und Fotos mache. Und: Aufgrund seiner Internationalität und der Stars, die hier auftreten, wissen viele Japaner auch mit den Namen Leverkusen etwas anzufangen. Sie verbinden den Namen der Stadt nicht nur mit Fußball und den wirklich nützlichen Kopfschmerztabletten, sondern auch mit toller Musik.

Wie lange verfolgen Sie die Jazztage denn schon?

MARUYAMA: Ich bin seit 1998 dabei und immer wieder begeistert, weil ich den Jazz und all die mit ihm verwandten Spielarten von Musik einfach liebe. Rock und Pop sind da für mich als Berichterstatter keine Option. Dieses „Business“ ist einfach ein viel zu großes.

Was unterscheidet die hiesigen Musikhörer von denen in Japan?

MARUYAMA: Gerade beim Jazz fällt auf, dass meine Landsleute wesentlich reservierter und zurückhaltender bei Konzerten sind. Was nicht heißen soll, dass sie weniger begeistert sind: Sie zeigen damit vielmehr ihren sehr, sehr großen Respekt vor den Künstlern. Und sie „verarbeiten“ die Musik beim Hören richtiggehend.

Sie haben in all den Jahren schon so viele Stars gesehen - gibt es da überhaupt noch einen Künstler, auf den Sie sich in dieser Woche besonders freuen?

MARUYAMA: Natürlich: Auf John McLaughlin. Ihn habe ich in meinem ersten Jahr hier schon einmal gesehen, und das war unglaublich: Er kam erst kurz vor dem eigentlichen Auftritt an und ordnete erstmal den Soundcheck und die Probe an, weil er unter anderem einen gänzlich neuen Keyboarder in der Band hatte. Die Fans mussten so lange draußen vor der Halle warten, McLaughlin war unglaublich nervös. Aber dann haben er und seine Band - vor allem der neue Keyboarder - einen unglaublichen Auftritt hingelegt. Die Leute, die stundenlang draußen gestanden hatten, waren restlos begeistert. Das war ein sehr intensives Erlebnis. Ein denkwürdiger Augenblick - und den hat mir Leverkusen beschert.

Das Gespräch führte Frank Weiffen



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