Erstellt 20.11.08, 18:39h
Ein wahres Comedy-Gewitter ließ er über den Besuchern niedergehen. In zwei turbulenten Stunden schritt der Dampfplauderer mutig brandaktuelle Themen ebenso ab wie Dauerbrenner, feuerte eine Pointe nach der anderen ab und ließ das Publikum kaum zum Luftholen kommen. Die alte Männer-Frauen-Problematik fehlte ebenso wenig wie die aktuelle Finanzkrise: Deuser präsentierte sich mit allen Sinnen und bei vielen Pointen von atemloser Gegenwärtigkeit. Dabei lässt Deuser die ganz billigen Pointen nicht achtlos liegen, im Gegenteil: Umstandslos als ebensolche verkauft, bescheren sie ihm die größten Lacher. Aber der Mann kann mehr: Nicht nur sein Anzug sitzt tadellos, auch tanzen kann der Mann, sogar weniger talentierte Tänzer originell imitieren. Die Nummer mit dem größten Schauwert: Shakespeares tragische Geschichte von Romeo und Julia, erzählt am Beispiel von drei Bällen, deren zwei die Protagonisten repräsentierten und deren dritter der Artistik geschuldet war: Denn während er sein „Best of“ erzählte, jonglierte er die Bälle meisterhaft und forderte das Publikum zu donnerndem Applaus heraus.
Als Finale zeigte er in der Zugabe auch noch, dass er sogar in Birkenstock-Schuhen steppen kann, und das zu BAP's „Verdamp lang her“. Langer Applaus eines restlos amüsierten Publikums für „Knacki“ Deuser, das Multitalent. (san)
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