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Klimabotschafterin

„Jetzt handeln - verdammt nochmal“

Von Werner Röder, 13.02.09, 16:28h, aktualisiert 10.07.09, 18:32h

Die Schülerin Fiona Tokple handelt als Klimabotschafterin global und lokal. Im Lise-Meitner-Gymnasium zeigt sie ihren Mitschülerin per Videobotschaft aus fernen Ländern, wie der Klimawandel ihr Leben beeinflusst.

Fiona Tokple
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250 Schüler verfolgen den Vortrag ihrer Mitschülerin Fiona Tokple im Lise-Meitner-Gymnasium. BILD: RALF KRIEGER
Fiona Tokple
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250 Schüler verfolgen den Vortrag ihrer Mitschülerin Fiona Tokple im Lise-Meitner-Gymnasium. BILD: RALF KRIEGER
Wiesdorf - Fiona Tokple ist verkabelt, wie das nun mal Moderatorinnen sind, wenn sie vors Publikum treten. Die Leverkusenerin ergreift das Mikrofon und sagt: „Herzlich willkommen zum Klimatag am Lise-Meitner-Gymnasium.“ Die 18-Jährige begrüßt in der Aula ihre 250 Mitschüler und Mitschülerinnen nebst der Mixtur aus Wissenschaftlern und Politikern, die sie zu ihrem Tag eingeladen hat. Und Fiona Tokple hat eine Botschaft, die sie gleich dem Plenum verkündet. Tenor: Wir Schüler sind es, die vom Klimawandel und seinen Folgen besonders betroffen sind - und sein werden. Deshalb „müssen wir informieren und handeln“.

Climate Champions

Gehandelt hat sie bereits. Denn sie ist eine von insgesamt 150 internationalen Klimabotschaftern weltweit, so genannte Climate Champions, die es sich unter dem Dachverband des „British Council“ (Organisation für Bildung und kulturelle Beziehung in 100 Ländern) zur Aufgabe gemacht haben, die Problematik des Klimawandels in die Schulen zu tragen, aufzuklären und nach möglichen Lösungen zu fahnden. Dazu hat sie Experten geladen wie Sascha Samadi vom angesehenen Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie, der über die Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten der Erderwärmung referiert. Und immer wieder projiziert Fiona Tokple Filme auf die große Leinwand. Damit unterstützt sie nicht nur die theoretischen Ausführungen des Experten. Sie gewinnt damit auch die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler zurück. Denn die Filme wirken gleichsam aufklärerisch, wie sie Betroffenheit bei den Schülern erzeugen, dokumentiert durch die plötzliche Stille in der Aula. Der Inhalt der Kurzfilme hält aber auch den provokanten Aufschrei der Kinder an die Erwachsenen und die Politiker parat, „die aufhören sollen zu labern und gefälligst jetzt handeln sollen - verdammt nochmal“.

Zum Aufruf der Klimabotschafterin an ihre Mitschüler gehörte ursprünglich auch die Idee, ihre Kolleginnen und Kollegen via Liveschaltung in die Aula zu transponieren. „Dazu haben wir leider noch nicht die nötigen Voraussetzungen, denn dies erfordert einen großen Medienaufwand“, sagt André Weiß, Projektkoordinator beim British Council. Dafür hat Fiona Tokple beim Klimatag für ihre Mitschüler Videos von ihren Kollegen und Kolleginnen vorbereitet. So übermittelt Marvin Salazar von Kalifornien aus Grüße nach Leverkusen und berichtet über das erhöhte Aufkommen von Tornados, das er auf den Klimawandel zurückführt. Oder Saki Fujiwara. Die Schülerin, ebenfalls engagierte Klimabotschafterin ihres Landes, richtet einen flammenden Appell aus Tokio an die Gymnasiasten der „Lise“, sich aktiv am Klima- und Umweltschutz zu beteiligen.

Gruß aus Indonesien

Auch Ibun Najib äußert seine Befürchtungen für sein Heimatland Indonesien. Der Schüler aus Djakarta weiß, dass sein Land mit einer Küstenlänge von 54.000 Kilometern bei zunehmender Erderwärmung von Überschwemmungen bedroht sein wird. „Wir werden jetzt versuchen, das Konzept dieser Veranstaltung im gesamten Bundesgebiet einzuführen. Das Projekt wird dann von Schülern aus allen Teilen Deutschlands übernommen“, sagt Fiona Tokple. Später dann will sie auch versuchen, Liveschaltungen zu Menschen anzubieten, die schon jetzt vom Klimawandel betroffen sind, „denn der Mensch wird erst eine Initiative ergreifen, wenn er mit diesem Thema auch emotional in Berührung kommt“.



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