Von Karin M. Erdtmann, 04.05.09, 13:15h
Aus ganz Deutschland waren die Teilnehmer angereist, aus Irland, Österreich und Schweden, sogar aus dem Iran. 750 Jahre nach der Grundsteinlegung im Dom bewiesen die Jugendlichen, was lebendige Kirche ist.
Wer wollte, konnte fette „Vorurteile“ aus einem Haifischbecken angeln und seine Kommentare dazu auf Fischplatten dokumentieren, sich mit seinen Gedanken fotografieren lassen oder Regenrohre als Rhythmus-Instrumente entdecken. Zwei Mitglieder des Initiativkreises Altenberger Licht diskutierten über Kontinente hinweg: Benjamin Kalkum, gerade zurück aus Brasilien, sprach via Satellit mit Benedikt Kern, der sich in afrikanischen Slums engagiert.
Höhepunkt des Rahmenprogramms war der Auftritt des Schauspielers Dirk Heinrichs. Der 44 Jahre alte Leverkusener, bekannt als TV-Kommissar Lenny Winkler in der Serie „Die Sitte“, hat die Aktion „Sprache gegen Gewalt“ gegründet. Im Talk mit Diözesanjugendseelsorger Mike Kolb berichtete er von seinen Projekten an Schulen und in Gefängnissen sowie vom Aufbau von Zivilcourage-Gruppen. „Wir müssen wieder eine gemeinsame Sprache finden“ - und das dürfe nicht die Sprache des Bizeps sein, sagte der Mann mit den enormen Oberarmmuskeln. Empathie und Mitgefühl seien wichtiger als buchstäblich durchschlagende Argumente. Mit einem Kurzfilm sowie in Aktion mit den jungen Leuten zeigte er, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, sich einzumischen, wenn ein Gewalttäter auftritt. „Unser Weggucken ist sein Applaus“, gab Heinrichs zu bedenken. Sein Engagement gegen Gewalt betreibt der gebürtige Quettinger übrigens ehrenamtlich. Wer die Zusammenarbeit mit ihm sucht, kann sich über die Homepage des Vereins melden.
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