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Ausstellung im „Spektrum“

Künstlers Kampf gegen das Dilemma

Von Frank Weiffen, 13.08.09, 19:48h, aktualisiert 18.08.09, 16:29h

Male ich besser zur Dekoration? Oder doch lieber, um anzuprangern? Mit ihrer Ausstellung „Kunst gegen Sofa“ im Schlebuscher „Spektrum“ werden vier Künstlerinnen vielleicht keine Antwort auf diese Frage liefern.

Vier Damen, ein Sofa
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Vier Damen, die Kunst und ein Sofa: Elena Büchel, Martina Germund, Susanne Sommer und Petra Müllewitsch (v.l.). BILD: BRITTA BERG
Vier Damen, ein Sofa
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Vier Damen, die Kunst und ein Sofa: Elena Büchel, Martina Germund, Susanne Sommer und Petra Müllewitsch (v.l.). BILD: BRITTA BERG
Schlebusch - Es ist ein wahrlich grausiges Dilemma, das der Künstler ein Leben lang mit sich ausfechten muss: Mache ich Kunst, um Wände zu dekorieren - und verdiene damit Geld? Oder mache ich Kunst, um auf Missstände hinzuweisen - und bleibe arm? Eine Antwort auf diese Frage mögen die vier Damen Petra Müllewitsch (Leverkusen), Elena Büchel (Leverkusen), Susanne Sommer (Hürth) und Martina Germund (Köln) mit ihrer Ausstellung „Kunst gegen Sofa“ im Schlebuscher Spektrum vielleicht nicht liefern. Aber einen Besuch ist ihre Werkschau allemal wert.

Das Quartett hat nämlich den Ausstellungsraum an der Mülheimer Straße zweigeteilt: Rechts hängen Bilder mit ernstem Hintergrund - sprich: mit Aussage. Sie müssen stehend angeschaut werden. Links hingegen zieren Bilder der Sparte „Sehen die schön aus!“ an den weißen Wänden - und können von einem roten Ledersofa aus bequem betrachtet werden. Wie stark der Gegensatz mitunter ist, zeigt sich an zwei Arbeiten Müllewitschs: Während eine unter dem Titel „Verzweiflung“ einen dreidimensionalen Kopf mit zum schmerzvollen Schrei aufgerissenen Mund auf dramatisch rotem Hintergrund zeigt (ernst), ist nur wenige Meter entfernt ein spärlich bekleidetes Paar beim Essen im Liegen zu sehen - eingerahmt von stolzen Flamenco-Tänzerinnen (dekorierend).

„An schönen Bildern bleiben die Leute hängen Die bewundern sie“, erklärt Sommer. „Die mitunter »hässlichen« weil ernsten Bilder dagegen verschrecken.“ Dies habe sie gemeinsam mit ihrer Bekannten Müllewitsch erst im vergangenen Jahr wieder im Rahmen einer Ausstellungen beobachtet - weshalb dem Duo die Idee zu diesem Projekt, das auch noch in Hürth und Köln Station machen soll, gekommen sei. Sie selber male mal so und mal so, sagt Sommer: „Je nachdem, wie ich mich fühle oder wo ich mich gerade befinde.“ Fühle sie Wut bei einer bestimmten Sache, dann widme sie sich der kritischen Malerei. Sitze sie jedoch „draußen auf der grünen Wiese“, dann werde es eben auch mal schön und „seicht“ auf der Leinwand. Bei ihr ist das zum Glück keine Existenzfrage. „Aber viele andere Künstler haben genau damit zu kämpfen.“ Verbiegen oder nicht verbiegen eben - genau das ist die Frage, der man sich im Spektrum stellen muss und die diese Ausstellung zu etwas Besonderem macht.

„Kunst gegen Sofa“ im „Spektrum“ (Mülheimer Straße 7a) ist Samstag (15 bis 19 Uhr) und Sonntag (11 bis 17 Uhr) geöffnet (Eintritt frei). Weitere Infos gibt es im Internet.



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