Von Alexander Franz, 19.08.09, 18:35h, aktualisiert 20.08.09, 09:51h
Jugendliche der Stadtschülervertretung hatten zu einer Wahlparty der ganz besonderen Art eingeladen. Unter dem Motto „Youth meets Democracy“ wurde eine Podiumsdiskussion zwischen Leverkusener Oberbürgermeisterkandidaten veranstaltet. Ernst Küchler (SPD / Die Grünen), Alfred Mertgen (Freie Wähler), Erhard Schoofs (Bürgerliste), Sasha Pullem (Die Linke) und eben Reinhard Buchhorn standen 150 jungen Zuschauern über zwei Stunden lang Rede und Antwort.
Immer eine Antwort parat
Warum fahren am Wochenende um vier Uhr keine Busse mehr durch Leverkusen? Wie wollen Sie unsere Stadt von dem riesigen Schuldenberg befreien? Was werden Sie konkret für Jugendliche verbessern? Auf die zahlreichen Fragen des Publikums wussten die fünf Redner immer eine Antwort. War diese aber nicht besonders aufschlussreich oder lenkten die Politiker mehr ab, als eine Frage schlüssig zu beantworten, konnten die Jugendlichen sie per Roter Karte sofort zum Schweigen bringen.
Am Eingang bekamen die Besucher nämlich Pappkarten, die man sonst nur vom Fußball kennt. Je hitziger die Diskussion wurde, umso häufiger machten sie dann auch Gebrauch davon. Nahmen die oft sehr gesprächigen Kandidaten die Roten Karten nicht zum Anlass ihre Ausführungen zu beenden, spielte die „Legendary Ghetto Dance Band“ auf. Die sorgte den ganzen Abend über mit einer Reihe von Cover-Songs für Pausen zwischen den einzelnen Diskussionsrunden. Bei einem Thema jedoch waren sich ausnahmsweise alle Beteiligten einig: Die neue Bahnstadt Opladen. „Der Campus ist eine große Chance für Leverkusen“, sagte Alfred Mertgen stellvertretend für seine Konkurrenten.
Jacqueline, 17 Jahre alt und somit zum ersten Mal wahlberechtigt, war zusammen mit einer Freundin ins „Scala“ gekommen und bezog deutlich Stellung: „Ich fand es etwas schade, dass die Politiker zu oft um den heißen Brei geredet haben. Deshalb hat mir der Abend nur bedingt bei meiner Entscheidung geholfen“. Einer der Teilnehmer des Abends, Oberbürgermeister Ernst Küchler war hingegen begeistert: „Lange schon habe ich nicht mehr eine solch bunte Wahlveranstaltung erlebt. Ein großes Lob für das Engagement, dass die jungen Veranstalter hier zeigen.“ Auch der 18-jährige Pascal wird nächste Woche Sonntag zum ersten Mal sein Kreuzchen machen. „Mir hat das Event sehr gut gefallen. Alle Politiker hatten in etwa den selben Redeanteil und es war eine faire Debatte.“
Zufrieden gab sich auch Jan Koch von der Stadtschülervertretung: „Wir hatten bei dieser Veranstaltung mit rund 100 Besuchern gerechnet. Dass es doch deutlich mehr wurden, freut uns natürlich sehr. Auch froh sind wir darüber, dass alles ruhig verlaufen ist“.
Kurz nach 21 Uhr sorgte Oberbürgermeister Ernst Küchler dann noch für den letzten und größten Lacher des Abends. Auf die Frage von Moderatorin Joana, was er beim Anblick von Frau Merkels Dekollt´e denke, antwortete er: „Das wir schon sehr weit gesunken sind“.
peinliche Ausgrenzungen
26.08.2009 | 12.28 Uhr | Althea
Gab es nicht 6 OB-Kandiaten in Leverkusen?
Ausgrenzung pur. Einfach nur peinlich.
gute Idee, schlecht ausgeführt
26.08.2009 | 08.36 Uhr | Perikles0815
Viele der jungen Besucher fanden das Verhalten der OB-Kandidaten recht peinlich. Beschreibungen wie selbstverliebt, asozial und streitsüchtig kamen…
Soso, aahja,
20.08.2009 | 18.29 Uhr | hann_isch_verjesse
Von der einzigen wirklichen Lehrstunde in Sachen Demokratie ist leider nichts zu lesen:
Von ca. 150 Zuschauern beteiligen sich 77 an einer…
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