Große Herausforderung: Die Musikschüler aus Leverkusen müssen in Oliver! Gesang, Tanz und Schaupiel miteinander verbinden. (Bild: Ralf Krieger)
Große Herausforderung: Die Musikschüler aus Leverkusen müssen in Oliver! Gesang, Tanz und Schaupiel miteinander verbinden. (Bild: Ralf Krieger)
Wiesdorf -
Es ist ja nicht so, als ob man noch nie von „Oliver Twist“ gehört hätte: Charles Dickens' Geschichte eines Waisenjungen, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und sich auf der Suche nach dem Glück durch das zwielichtige London des 19. Jahrhundert schlägt, ist ein Klassiker. Und doch ist eine Begegnung mit diesem unerhört atmosphärischen und fesselnden Stoff immer wieder aufs Neue faszinierend. Das gilt auch für jene Musical-Version, die Musikschüler aus Leverkusen an diesem Wochenende im großen Saal des Forums auf die Bühne bringen. Laut und bunt geht es da zu, wenn die Kinder und Jugendlichen zwischen neun und zwölf Jahren zu den Klängen des Musikschulorchesters über die Bühne rennen und tanzen. Die Menge an Kostümen - Latzhosen, abgewetzte Kappen, Schlabberhemden, opulente Frauenkleider - ist riesig. Das Bühnenbild wirkt dank der Videoinstallation im Hintergrund mitunter regelrecht opulent. Egal ob Waisenhaus oder dunkle Gasse, ob Adliger oder Straßendieb: Hier überzeugt alles und jeder - eine Authentizität, die sich bis hin zur Spielleistung der über 30 Jung-Mimen fortsetzt: Der Umstand, dass es sich immer noch um eine Laienproduktion des Musical-Teams der Musikschule Leverkusen handelt, tritt letztlich in den Hintergrund, wenn Selina Heilbach oder Jeannine Engelen die „Nancy“ spielen, wenn Kira Schneider als „Bet“ singt, oder wenn der junge, regelmäßigen Musikschulkonzert-Besuchern nicht unbekannte Babak Salam die Hauptfigur gibt.
Natürlich steckt hinter einem solchen Großprojekt auch viel Vorbereitung. „Seit einem Jahr proben wir“, sagt Torsten Schüring , der gemeinsam mit den Musikschullehrern Joachim Sieper, Anke Hein und Angelika Görs das 1992 gegründete Musical-Team leitet und seine Sache ernst nimmt: Hier und da ein strenges Kommando oder eine Ermahnung an die Nachwuchs-Schauspieler - das müsse schon sein. Im Vorfeld fand gar ein „Casting“ statt. Aus gutem Grund: „Es ist eine Herausforderung für die Jugendlichen, ein Musical zu spielen: Sie müssen Tanz, Gesang und Schauspiel miteinander verbinden. Das kann nicht jeder.“ Mag sein. Indes: Die, die hier auf der Bühne stehen, können es.
„Oliver Twist“ (eigentlich: „Oliver!“) wird am Samstag, 5. September, (17 Uhr) und Sonntag, 6. September, (11 Uhr) im Forum gezeigt. Karten kosten sechs Euro (ermäßigt drei Euro).