Von Frank Weiffen, 16.10.09, 14:57h
Und es sind Augenblicke, in denen sie besonders stolz ist auf ihren Werdegang. Denn Patricia Dick ist gelernte kaufmännische Angestellte und hatte früher nie etwas am Hut mit der Malerei und der Kunst. Erst eine schwere Krankheit brachte sie dazu, ihr Inneres per Pinselstrich nach Außen zu kehren und sich 1994 in Malkurse zunächst bei der VHS ihrer Geburtsstadt Bergisch Gladbach, später dann im Hause der Opladener Künstlerin Ellen Loh-Bachmann einzuschreiben. Das Malen war ihre ganz spezielle Therapie, von der sie heute sagt: „Wäre es mir nicht so schlecht gegangen, hätte ich nicht mit damit begonnen.“ So aber lag im Schlechten auch etwas Gutes für Patricia Dick. Sie selbst bezeichnet sich als lebensfrohen, optimistischen Menschen, der gern mit anderen Leuten zusammen ist - eine Facette ihrer Persönlichkeit, die man ihren Bildern anzusehen meint: Dick verwendet am liebsten bunte, „reine“ Farben.
Erscheint etwa ein Torbogen im französischen Arles in natura so sandfarben und beige, wie zahlreiche Bauten in Südeuropa eben aussehen, malt sie ihn daheim in rötlichen und orangen Farben. Auch Sandsteingebäude sehen bei ihr nicht nur bekannt „einfarbig“ hell aus, sondern sind durchsetzt mit einer ganzen Palette verschiedener Hell-Töne. Sie sieht diese Technik als ein wenig „impressionistisch“ an und sagt: „Ich habe manchmal schon etwas Sorge, dass diese Farb-Kombination den Leuten nicht gefällt. Aber das ist nun einmal mein Stil, den ich über die Jahre gefunden habe. Anders kann ich nicht malen.“
Zumal sie zugibt, von einem bekannten französischen Maler inspiriert worden zu sein, der einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus und bekannt für seine leidenschaftliche Verwendung spektraler, also reiner sowie bunter Farben war. Ohne sie wären seine landschaftlich geprägten Werke wie „Abendstimmung in Venedig“ (mit dem wunderbaren Abbild eines Sonnenuntergangs), „Le Havre Impression“, das Bild des im Dämmerlicht betrachteten „Parlament von London“ oder die Uferszenerie „Die Terrasse von Sainte-Adresse“ nicht möglich gewesen. (Seinen Namen suchen wir heute.)
Während ihr Vorbild jedoch in die Riege der Weltberühmtheiten aufstieg, sucht Patricia Dick noch nach Möglichkeiten, den Menschen draußen ihre Bilder nahe zu bringen. Da sie als Schlebuscherin gute Kontakte zum Kunstverein „Spektrum“ unterhält, hat sie dort auch schon an Sammelausstellungen teilgenommen. Die nächste steht ab dem 4. Dezember unter dem Namen „Ricordi“ (Erinnerungen) an und präsentiert ihre Arbeiten neben denen von Kollegen wie Annemarie Schier, Dagmar Hellmund oder Gerd Homberg. „Aber eine eigene Ausstellung - das wäre auch mal etwas Schönes“, sagt Patricia Dick und lächelt optimistisch. Sie weiß: Jetzt, da sie schon so weit gekommen ist, jetzt, da sie im nunmehr fünfzehnten Jahr malt, ist sie bereit und fähig für den nächsten Schritt. An ihrer Lebensfreude und Offenheit sollen eben noch mehr Menschen teilhaben.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Anzeige