Von Hartmut Zitzen, 18.10.09, 15:51h, aktualisiert 18.10.09, 16:35h
Von der Torstraße kommend, weist der Wasserturm den Weg nach rechts in Richtung Norden, wo in nicht allzu ferner Zukunft neue Wohnsiedlungen entstehen sollen. Derzeit führen dort die Abrissbagger das Kommando, die binnen acht Wochen bereits ganze Arbeit geleistet haben. Von der lang gestreckten Halle beispielsweise, die in der Dampflokzeit die Kesselschmiede beherbergte, künden inzwischen nur noch fein säuberlich sortierte Schuttberge.
Wiederverwertung
Der größte davon besteht aus Felsbrandziegeln, über 100 Jahre alt und von schier unverbrüchlicher Haltbarkeit. Sie landen später nicht auf irgendeiner Halde oder werden für den Straßenbau geschreddert, sondern wiederverwendet, beispielsweise zur Restaurierung geschützter Baudenkmäler. Der Ziegelberg, den ein geländegängiger 20-Tonnen-Muldenkipper unablässig zu immer neuen Höhen auftürmt, wird noch beträchtlich wachsen, wenn demnächst auch die nördliche der beiden großen Hallen abgerissen wird. Die andere Halle, in der früher Lokomotiven in Stand gesetzt wurden, bleibt der Nachwelt dagegen als künftige Fachhochschule erhalten. Erhalten bleiben außerdem das zwischen den beiden Hallen stehende Kesselhaus (demnächst Kletterhalle), die Backsteingebäude an der Werkstättenstraße, das einstige Magazin, in dem derzeit eine Bildungsstätte residiert, der Wasserturm gleich gegenüber und die große Ziegelsteinhalle schräg links von der Torstraße. Aus den Pionier-Betrieben, die sich dort in den vergangenen Jahren bereits angesiedelt haben, soll ein ökologisches Bau- und Handwerkerzentrum wachsen, das später ganze Häuser in Energie sparender Bauweise vorfertigt.
Gewerbegebiet
Weiter in Richtung Süden, also zur Quettinger Straße hin, breitet sich kaum bebautes, von alten Schienensträngen durchzogenes Ödland aus. Die beiden einzigen dort stehenden Hallen, die einmal zum Gleisbauhof gehört haben mögen, sind inzwischen weitgehend abgebrochen. Dieser Teil des Ausbesserungswerks ist als künftiges Gewerbegebiet vorgesehen, für das aber noch keine konkreten Baupläne existieren. Anders sieht es ein paar Hundert Meter weiter westlich aus: Nicht weit vom Sängerheim der Opladener Germania an der Werkstättenstraße entfernt errichtet die Deutsche Plasser eine neue Produktionsstätte. Der bereits seit längerem auf dem Gelände ansässige Hersteller von Bahnbaumaschinen hat Ende vergangener Woche die Bodenplatte für ein Gebäude mit stattlichen Ausmaßen gegossen und beginnt in Kürze mit den Hochbauarbeiten. Bis - voraussichtlich gegen 2020 - die Neue Bahnstadt vollendet ist, muss noch viel mehr gebaut werden. Die Anfänge sind aber schon heute allenthalben sichtbar.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige