Schriftgröße

Konzert

Woodstock mit gebremstem Schaum

Von Ulla Jonen, 18.10.09, 16:19h

Wilde Musik und Wehmut waberten über dem Saal Norhausen: Einstige Blumenkinder, heute kurz vor dem Rentenalter, lauschten in Rheindorf Liedern von Carlos Santana, Steppenwolf und Deep Purple.

Woodstock-Revival Rheindorf
Bild vergrößern
Die "Blumengroup" beim Woodstock-Revival in Rheindorf. (Bild: Britta Berg)
Woodstock-Revival Rheindorf
Bild verkleinern
Die "Blumengroup" beim Woodstock-Revival in Rheindorf. (Bild: Britta Berg)
Rheindorf - Keine Frage: Wer sich als 68er in den Saal Norhausen begab, bekam die volle Ladung Jugenderinnerungen. Für wen gar heute noch Carlos Santanas Gitarre das Non-plus-Ultra ist, wer Steppenwolf nicht bloß als Fahrradmarke kennt und sich regelmäßig eine Deep-Purple-Dröhnung verpasst, war am Samstag in Rheindorf genau richtig: Eine konzentrierte Ladung der Peace-Love-and-Drugs-Ära war bereitet; „Woodstock ist back again“ war das Motto des langen und dennoch viel zu kurzen Abends. Drei lokale Cover-Bands gaben alles, sangen sich das Herz aus dem Leib, spielten sich die Seele frei. Und dabei kam es gar nicht mal auf Super-Technik an. Hauptsache „Born to be wild“.

Die Rente vor Augen

40 Jahre ist es her, dass sich Zigtausende auf den Weg zu diesem inzwischen legendären Festival machten. Inzwischen gehen die Blumenkinder aufs Rentenalter zu, reden über Vorruhestand oder über die Pension. Geheimratsecken, so manche Glatze, so manchen Bauch konnte man im Saal entdecken - das „Born to be wild“ relativierte sich. Der eine hatte es vielleicht im Rücken, der andere in den Schultern. Jedenfalls saßen und standen die meisten Besucher recht ruhig da und genossen still, was die Essener „Blumengroup“, die Leverkusener Band „Zantana“ und die Kerpener Jungs von „Underrock“ boten. Mit Joe Cocker und Jimi Hendrix traten sie eine Reise an in eine Zeit, in der Musik das Leben bestimmte. „Samba Pa Ti“, „Hey Joe“, „Going home“ von Ten Years After - alles Preziosen, die seinerzeit eine ganze Generation umhauten und die heute für wehmütige Erinnerungen sorgen. Alles musste freilich nicht à la Woodstock sein: Veranstalter Frank Lagemann hatte die katastrophalen Hygiene-Verhältnisse des echten Festivals nicht gecovert. Und Drogen waren am Samstag auch nicht in - mit „Wasser aus Kölle“ hatten man genug. Selbst der Tabakkonsum war eingeschränkt. Drei Namen sollen noch genannt werden, und dann „All over now“: Dieter Knotek von „Zantana“. Gitarrist Peter Hartz und vor allem Sänger Robert Plant von „Underrock“, die es mit Woodstock nicht so genau nahmen und tolle Interpretationen von Beatles-, Stones- und Dylan-Songs spielten. Auch der Abschied hatte nichts mit Woodstock zu tun und ist dennoch eine Hymne: „Highway to hell“ von AC / DC.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

WAS.WANN.WO.


Anzeige


Leverkusener Jazztage


Serie


Bildergalerien


HINTERGRUND


KSTA-Service


Stadtmenschen Community


Extra


Top-Links (Anzeige)


Dienste