Von Ulla Jonen, 18.10.09, 16:19h
Die Rente vor Augen
40 Jahre ist es her, dass sich Zigtausende auf den Weg zu diesem inzwischen legendären Festival machten. Inzwischen gehen die Blumenkinder aufs Rentenalter zu, reden über Vorruhestand oder über die Pension. Geheimratsecken, so manche Glatze, so manchen Bauch konnte man im Saal entdecken - das „Born to be wild“ relativierte sich. Der eine hatte es vielleicht im Rücken, der andere in den Schultern. Jedenfalls saßen und standen die meisten Besucher recht ruhig da und genossen still, was die Essener „Blumengroup“, die Leverkusener Band „Zantana“ und die Kerpener Jungs von „Underrock“ boten. Mit Joe Cocker und Jimi Hendrix traten sie eine Reise an in eine Zeit, in der Musik das Leben bestimmte. „Samba Pa Ti“, „Hey Joe“, „Going home“ von Ten Years After - alles Preziosen, die seinerzeit eine ganze Generation umhauten und die heute für wehmütige Erinnerungen sorgen. Alles musste freilich nicht à la Woodstock sein: Veranstalter Frank Lagemann hatte die katastrophalen Hygiene-Verhältnisse des echten Festivals nicht gecovert. Und Drogen waren am Samstag auch nicht in - mit „Wasser aus Kölle“ hatten man genug. Selbst der Tabakkonsum war eingeschränkt. Drei Namen sollen noch genannt werden, und dann „All over now“: Dieter Knotek von „Zantana“. Gitarrist Peter Hartz und vor allem Sänger Robert Plant von „Underrock“, die es mit Woodstock nicht so genau nahmen und tolle Interpretationen von Beatles-, Stones- und Dylan-Songs spielten. Auch der Abschied hatte nichts mit Woodstock zu tun und ist dennoch eine Hymne: „Highway to hell“ von AC / DC.
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