Erstellt 06.10.09, 15:51h
Diese Gruppe gehöre gerade in der Wirtschaftskrise zu den besonderen Verlierern. In Nordrhein-Westfalen hätten hier zwei Initiativen vorbildlich entgegengesteuert: Die Schule an der Kleestraße in Wuppertal verbesserte die Chancen ihrer Schüler über eine frühe Förderung handwerklicher Fähigkeiten und über Kooperationen mit Betrieben deutlich - und kam dafür auf Platz vier (3500 Euro). Das Restaurant PfefferMühle im bergischen Reichshof bildete drei gehörlose Jugendliche aus, schickte sein gesamtes Team in ein Gebärdenseminar und ließ die Küche komplett für eine bessere Verständigung umbauen. Dafür gab es Platz drei und 5000 Euro.
Es gebe "mehr Bedarf denn je", gute Projekt zu fördern, betonte Preisstifter Deichmann. Die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen unter 25 Jahren sei deutlich gestiegen, im August auf mehr als 450 000. Die Finanzkrise habe gezeigt, was passiere, wenn "schrankenlose Geldgier" regiere und Verantwortung fehle, sagte der Unternehmer. Als Schirmherr der diesjährigen Preisverleihung lobte der Leadsänger der Band "Die Prinzen", Sebastian Krumbiegel, die Jugendlichen: Es sei gut, dass sie "nicht nur meckern über das, was abgeht, sondern selbst anpacken".
Weitere Preisträger der zum fünften Mal - in den zwei Kategorien "Berufliche Förderung" und "Schulische Prävention" - vergebenen Deichmann-Auszeichnung sind: Die Perspektiva in Fulda, die für Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen Brücken in die Arbeitswelt baut (Platz zwei). Geehrt wurden auch die CoLab aus Speyer, der Verein baff (Ludwigshafen) mit einer Mädchenwerkstatt und die Bremer Bäckerei Ruchel, die Benachteiligte als Azubis nimmt (Sonderpreis). Ehrungen gingen zudem an die Biesalski-Schule Berlin, die Herderschule in Weimar und die Alexander-von-Humboldt-Schule im hessischen Rüsselsheim. (dpa)
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