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DyStar-Pleite

Kein Geld für DyStar-Mitarbeiter

Von Thomas Käding, 23.10.09, 09:15h

Es gibt auch für die Transfergesellschaften kein Geld: Am Donnerstag reiste der Geschäftsführer der Bonner Wirtschaftsakademie nach Frankfurt, um dort mit dem DyStar-Insolvenzverwalter zu verhandeln.

Dystar im Chempark
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Dystar im Chempark. BILD: RALF KRIEGER
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Dystar im Chempark. BILD: RALF KRIEGER
Leverkusen - Am Donnerstagmorgen reiste Harald Müller nach Frankfurt zum vorläufigen DyStar-Insolvenzverwalter Stephan Laubereau. Der Geschäftsführer der Bonner Wirtschaftsakademie wollte ausloten, ob sich der jetzige Herr über die zahlungsunfähige Textilfarbenfirma bereit erklärt, ein großes Finanzloch zu stopfen: vergeblich. „Die Gespräche sind ergebnislos geblieben“, sagte Müller am Nachmittag dem „Leverkusener Anzeiger“. Laubereau habe keinen Vorschlag gemacht, wie die Transfergesellschaften von DyStar mit Mitteln ausgestattet werden könnten. Das betrifft neben Leverkusen auch Initiativen in den Werken Ludwigshafen und Frankfurt.

350.000 Euro braucht Müller, um die Transfergesellschaft ans Laufen zu bringen, in der 21 DyStar-Leute eigentlich seit dem 1. Oktober angestellt sind. Es sind jene 21, die von der Pleite nicht nur überrascht, sondern finanziell ins Mark getroffen wurden: Ihre Abfindungen wurden nicht gezahlt, Insolvenzgeld ist nicht geflossen. Ihr Einkommen im September: null Euro. Müller, dessen Haus unter anderem für die Pleite gegangene Agfa-Photo eine Transferfirma ins Leben rief und seit 1. Juli schon einige DyStar-Mitarbeiter betreut, fühlt sich in der Pflicht: Zum Einen verspürt er den Druck derer, die laut Aufhebungsvertrag jetzt in seiner Obhut wären. Zum Anderen habe er auch einen Namen zu verlieren, räumt er ein. Deshalb hatte er die Betroffenen am Montagmorgen zum „Informationsgespräch“ eingeladen: „Wir müssen den Leuten jetzt was sagen“, man könne die Mitarbeiter in einer derart prekären Lage nicht allein lassen.

Mitarbeiter verunsichert

Im Verlauf dieses Gesprächs aber legte Müllers Hausanwalt Sebastian Witt den DyStar-Leute eine „Zahlungsaufforderung“ vor, die freilich nur an DyStar und ihre Insolvenzverwalter gerichtet war und in der die Bonner Wirtschaftsakademie als Ausrichter der Transfergesellschaft - und dritter Unterzeichner der Verträge - nicht vorkam. Die Mitarbeiter reagierten verunsichert und wollten sich erst einmal mit ihren Anwälten beraten - „was wir ausdrücklich vorgeschlagen haben und begrüßen“, betont Witt. Klar ist: Mit den Zahlungsaufforderungen, in denen die Mitarbeiter außerdem mit Rücktritt vom Vertrag drohen, was sie zunächst wieder auf die Gehaltsliste bei DyStar bringen dürfte, wird Insolvenzverwalter Laubereau unter Druck gesetzt. Im ersten Anlauf hat das aber keine Wirkung gezeigt.



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