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Der Mann vom „Rockpalast“

Rock'n'Roll zum Greifen

Von Frank Weiffen, 29.10.09, 17:57h

Im Fernsehen stellte Peter Rüchel im „Rockpalast“ jahrelang die Rockelite vor - am Mittwoch stellte der Wahl-Leverkusener sein Buch „Rockpalast - Erinnerungen“ im „topos“ vor, als Stargast dabei: Wolfgang Niedecken.

Wolfgang Niedecken im „topos“
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BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken spielte erstmals in seinem Musikerleben im „topos“, begleitet vom „Nachwuchs-Gallagher“ Milan Hoffmann. BILD: RALF KRIEGER
Wolfgang Niedecken im „topos“
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BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken spielte erstmals in seinem Musikerleben im „topos“, begleitet vom „Nachwuchs-Gallagher“ Milan Hoffmann. BILD: RALF KRIEGER
Peter Rüchel im „topos“
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Peter Rüchel las im „topos“ aus seinem Rockpalast-Memoiren. BILD: RALF KRIEGER
Peter Rüchel im „topos“
Leverkusen - „Tagesschau. Wetterkarte. Eurovisionsfanfare. Und dann: Rockpalast!“ Peter Rüchel erinnert sich genau, wie es damals zuging, wenn an Wochenenden des Nachts Hunderttausende vor dem Fernseher saßen und „seine“ Sendung schauten. Es waren von ihm organisierte Live-Konzerte der Rock-Elite, die da in die Wohnzimmer flimmerten. Und es war jedes Mal denkwürdig. Denkwürdig wie der Abend im Wiesdorfer „topos“, an dem Rüchel - dieser in Manfort lebende und total in die Musik verschossene „Man in Black“ mit dem schulterlangen, eisgrauen Haar - sein neues Buch „Rockpalast - Erinnerungen“ präsentierte.

Schon beim Betreten des schnuckelig engen Jazzclubs war etwas von jener Magie zu spüren, die besondere Musikabende ausmacht. Der enge Raum war vollgepackt mit Gästen. Jedem tropfte irgendwann der Schweiß von der Stirn, weil die Temperatur stetig stieg. Zigarettenqualm waberte durch die Luft. Kurzum: Es gab Rock'n'Roll zum Spüren und Greifen. Und dann war da noch dieser eine Gast, der irgendwann mit ausgewaschener Jeans und abgewetztem Karohemd die winzige Bühne betrat, sich die Akustische um den Hals schnallte und ein paar Songs zu Ehren seines „alten Freundes Peter“ anstimmte: Wolfgang Niedecken. Sechsmal trat er mit BAP im Rockpalast auf. Aber nie zuvor war er in Leverkusens guter Musik- und Kneipenstube gewesen. Es war seine „topos“-Premiere nach über 30 Jahren Kölschrock.

Und Niedecken war begeistert: „Ein affengeiler Laden“, sagte er mit tiefer, dröhnender Stimme. Dann sang er „Millione Meile“, seine Hommage an den irischen Teufelsgitarristen Rory Gallagher, der im Juli 1977 der Star des ersten Rockpalastes war. Und ließ sich dabei von einer jungen Ausgabe Gallaghers begleiten: Milan Hoffmann, gerade mal 14 Jahre jung und Sohn eines Freundes, jagte von seiner roten Düsenberg-Gitarre Soli wie ein alter Hase in die Kneipe. Ein Moment für Gänsehaut.

Später schnappte sich Niedecken ein Feierabend-Kölsch und lauschte Rüchel. Der machte es sich jetzt am Tresen gemütlich, um seinen Gästen „hautnah“ diese unzähligen absurd-kuriosen Anekdoten rund um Pete Townsend, Little Steven und - natürlich - Gallagher vorzutragen. Anekdoten, in denen durch Hotelbars jagende Gitarristen, 24 Schwarzwälder-Kirsch-Torten und einen lebenden Tiger ordernde Superstars sowie Skandalauftritte mit über das Geschlechtsteil gestülpten Socken vorkamen. „Wir hatten eine tolle Zeit“, sagte Rüchel. „Das ganze Jahr war ausgefüllt mit Musik. Es gab keine Ruhephasen.“ Bereut habe er das nie. Was ein Glück: Wäre es so gewesen, dann hätte es ja auch ein Abend wie diesen, der erst kurz vor Mitternacht endete, nie gegeben. Einen, an dem das kleine „topos“ für dreieinhalb Stunden zum Mittelpunkt der Rock 'n' Roll-Welt wurde.

Das Buch des Wahl-Leverkuseners Peter Rüchel „Rockpalast - Erinnerungen“ wird zwar erst in der kommenden Woche veröffentlicht, ist jedoch schon jetzt zum Preis von 29,95 Euro in der Schlebuscher Buchhandlung Gottschalk erhältlich.



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