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Schweinegrippe

Impfen - ja oder nein?

Erstellt 04.11.09, 14:25h, aktualisiert 06.11.09, 11:52h

Auch nach dem Start der Impfung herrscht bei vielen Menschen in Leverkusen noch Verwirrung. Wir sprachen mit hiesigen Ärzten über die Impfung und ihre Notwendigkeit.

Schweinegrippe-Impfung
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Impfen oder nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Menschen in Leverkusen. (Symbolbild: dpa)
Schweinegrippe-Impfung
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Impfen oder nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Menschen in Leverkusen. (Symbolbild: dpa)
Leverkusen - Das Thema Schweinegrippe ist derzeit allgegenwärtig - genauso wie die Verunsicherung der Bevölkerung. Erst am Dienstag kam es bei einem Patienten in Düsseldorf nach der Impfung zu Komplikationen. Die Gruppe der "First Responder", zu der Polizei, Rettungskräfte und medizinisches Personal gezählt werden, konnte sich bereits in der vergangenen Woche impfen lassen. Von geschätzten 1000 Menschen, die dieser Gruppe in Leverkusen angehören, ließen sich 228 den Impfstoff verabreichen.

In Leverkusen haben einige Ärzte den Impfstoff bereits in dieser Woche erhalten. Ab der kommenden Woche soll er allen zur Verfügung stehen. Dennoch scheint immer noch vielen Bürgerinnen und Bürgern die Entscheidung für oder gegen den Arztbesuch schwer zu fallen. Eine genaue Angabe über die an Schweinegrippe erkrankten Menschen gibt es in Leverkusen nicht. Nicht in jedem Fall werde der Labortest gemacht, mit dem sich der Erreger genau nachweisen lasse, erklärt Amtsarzt Hans-Eckard Linstaedt. Die Untersuchung sei schlicht zu teuer. Bei den meisten Patienten mit Grippesymptomen gehe man davon aus, dass sie sich mit dem neuen Erreger infiziert haben, so Lindstaedt.

Norbert K. Mülleneisen, Facharzt für Innere Medizin, Allergologie, Lungen- und Bronchialheilkunde, steht einer groß angelegten Impfaktion derzeit noch kritisch gegenüber. Er sei nicht grundsätzlich gegen die Impfung, aber die Schweinegrippe sei bisher eher mild verlaufen. Eine Abwägung über Nutzen oder Schaden sei gegenwärtig kaum möglich. Ob eine Impfung sinnvoll sei, müsse man in jedem einzelnen Fall entscheiden. Die aktuelle Situation halte er für nicht so dramatisch, dass sie eine große Aktion rechtfertigen würde. Dennoch beobachte natürlich auch er die Situation nervös, erklärt Mülleneisen.

Ärztin Roswitha Durdel-Schulz hat sich entschieden. Auch sie habe zunächst abgewartet, dann aber den Entschluss gefasst, den Impfstoff zu bestellen. "Ich denke es ist der beste Schutz, den man sich selber zuführen kann." Man könne sich zwar von Großveranstaltungen fern halten und Desinfektionsmittel benutzen, letztlich sei die Impfung aber immer noch die beste Möglichkeit, sich vor einer Ansteckung zu schützen, so Durdel-Schulz.

Für chronisch Erkrankte gibt es seit dem 19. Oktober eine offizielle Impfempfehlung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Sie gilt für Menschen ab einem Alter von sechs Monaten, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Die Ständige Impfkommission rät auch Schwangeren und Beschäftigten im Gesundheitswesen zur Impfung.

Die Leverkusener Ärzte, die gegen die Schweinegrippe impfen, sind auf der Internetseite der Stadt Leverkusen aufgelistet. (sbr)



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