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Zivildienst

Heimleiter: „Wir brauchen die Jungs“

Von Christina Michaelis, 05.11.09, 09:29h, aktualisiert 05.11.09, 10:29h

Die geplante Verkürzung von Wehr- und Zivildienst stellt soziale Träger vor große Probleme. Der Wegfall dieser Arbeitskräfte bereitet den Einrichtungen in Leverkusen Sorge. Andere prüfen, ob der Zivildienst nun noch sinnvoll ist.

Verkürzung Zivildienst
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Zivildienstleistende wie Peter Schaffarzyk, hier im Altenzentrum St. Elisabeth mit Hildegard Hoffman und Katharina Schmitt (rechts), sollen künftig nur noch sechs Monate zum Einsatz in sozialen Einrichtungen kommen. Das stellt karitative Organisationen vor Probleme. BILD: BRITTA BERG
Verkürzung Zivildienst
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Zivildienstleistende wie Peter Schaffarzyk, hier im Altenzentrum St. Elisabeth mit Hildegard Hoffman und Katharina Schmitt (rechts), sollen künftig nur noch sechs Monate zum Einsatz in sozialen Einrichtungen kommen. Das stellt karitative Organisationen vor Probleme. BILD: BRITTA BERG
Leverkusen - Die Bundesregierung plant für 2011 die Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate. Dasselbe gilt dann für den Zivildienst. „Für uns kam die Entscheidung überraschend“, sagt Hans Höroldt, Leiter des Diakonischen Werks Leverkusen. Und sie bringt für soziale Einrichtungen zusätzliche Arbeit mit sich. Sollte die Koalition Wort halten, müssten alle sechs Monate junge Männer angelernt und ausgebildet werden.

Weil dann sowohl den Ausbildern als auch den Zivildienstleistenden Zeit fehlt, „muss der Umfang ihres Einsatzes vorher gut geplant werden“, erklärt Gundula Uflacker von der Caritas in Leverkusen. Durch das Vorhaben der Koalition würde sich auch die Zahl derer reduzieren, die bereits gut eingearbeitet sind und sich auskennen. Sowohl Höroldt als auch Uflacker sehen dadurch die persönliche Kontinuität, die in sozialen Einrichtungen unentbehrlich ist, gefährdet. „Durch häufigen Betreuerwechsel entstehen Unruhe und Unsicherheit unter den Bedürftigen“, so Gundula Uflacker.

Zweifel am Sinn

Peter Seydel, Geschäftsführer des Lazarus Hilfsdienstes, erläutert im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“, man müsse angesichts der politischen Pläne überlegen, wie viel Sinn ein halbjähriger Zivildienst mache. Bei sechs Monaten sozialem Dienst könne wegen Einarbeitungszeit, Urlaubsanspruch und möglicher Krankheit nur mit vier Monaten effektiver Arbeitszeit gerechnet werden. Dasselbe Problem sieht auch Joachim Noß, Geschäftsführer des Pilgerheims Weltersbach, auf das Leichlinger Diakoniewerk zukommen. „Neun Monate sind schon kurz, doch in sechs bleibt kaum mehr Zeit. Wir brauchen die Jungs, da kann sich keine Einrichtung von freisprechen“. Sowohl Peter Seydel als auch Joachim Noß erklären, es sei nahezu unmöglich, das Jahr mit Zivis abzudecken, da die jungen Männer dem sozialen Dienst aufgrund der Schulausbildung nur zu bestimmten Zeitpunkten zur Verfügung ständen. Das Hauptproblem sei demnach „das Jahr rundzumachen.“, so Seydel. Denn die „Zivi“-lose Zeit können viele soziale Einrichtungen aus finanziellen Gründen nicht durch die Beschäftigung von Aushilfen kompensieren.

Durch die Verkürzung der Wehr- und Zivildienstzeit könnte auch der Andrang auf „Ersatzdienste“ nachlassen, die junge Männer beispielsweise beim Technischen Hilfswerk oder bei der Feuerwehr leisten können. Karl-Heinz Schultes, THW-Ortsbeauftragter für Leverkusen, macht sich jedoch keine Sorgen. „Wir haben in den letzten Jahren umgestellt und mittlerweile viele Freiwillige, die mit großem Interesse an die Sache herangehen“. Sollte sich die Zahl der Ersatzdienstleistenden verringern, gibt es laut Schultes genug ehrenamtliche Mitarbeiter.



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