Von Thomas Esch, 16.11.09, 13:38h, aktualisiert 16.11.09, 15:11h
Der Rückgang ist allerdings nicht hausgemacht. Er resultiert vor allem aus der so genannten landeskirchlichen Finanzausgleichsregelung, nach der das gesamte Kirchensteueraufkommen gerecht auf jedes einzelne Gemeindeglied verteilt wird. „Reichere“ Kirchenkreise zahlen also für „ärmere“, wie beispielsweise jene im Hunsrück oder am Niederrhein, wo die Einnahmen stärker einbrechen. „Die Rheinschiene hat da immer noch einen Speckmantel“, formulierte es Loerken. Auf jedes der rund 80 000 Gemeindeglieder im Kirchenkreis Leverkusen entfallen somit, wie in der gesamten Rheinischen Landeskirche, 136 Euro. 2010 werden es voraussichtlich nur noch 121 Euro sein.
„Uns stellt sich nun die Frage, wie wir uns künftig auf dem Markt bewegen“, schlussfolgert Loerken. Unter anderem gelte es, den Anteil selbst erzielter Einnahmen zu steigern. Unter Umständen gelte es, sich von Dingen zu trennen, im wesentlichen von Gebäuden, die nur mäßig genutzt werden. Dabei weiß Loerken, dass Immobilienverkäufe nicht leicht sind. Die Probleme bei der Veräußerung der beiden ehemaligen Opladener Gemeindezentren Friesenweg und Humboldtstraße haben das gezeigt.
Einstimmig beschloss die Synode die Gründung eines Familienbildungswerks, dessen Sitz in den Räumen der Langenfelder Johanneskirche sein soll. 200 000 Euro müssen für die kommenden vier Jahre dafür aus eigenen Mitteln investiert werden, danach fließen Zuschüsse vom Land. Der Griff in die Rücklagen, die in den vergangenen Jahren wider Erwarten gestärkt wurden, ist dazu unumgänglich. „Aber dazu sind sie ja da“, so Loerken. Das Familienbildungswerk soll neben der bereits bestehenden Erwachsenenbildung überwiegend dezentral Angebote machen, also in den Gemeinden (ausführlicher Bericht folgt).
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