Von Frank Weiffen, 17.11.09, 18:02h, aktualisiert 09.11.10, 12:20h
Was für Orth schon Erholung bedeutet, wäre für Eckhard Meszelinsky, den Organisator des Festivals, derzeit noch eindeutig zu viel: Er ist schlichtweg erschöpft und gibt zu: „Mittlerweile arbeiten wir ja auch auf dem Zahnfleisch.“ Der Grund: Die Sponsoren zahlen immer weniger Geld. Die Stars fordern immer mehr. Und der Rummel nimmt auch im 30. Jahr der Jazztage nicht ab. „Vor allem weil ich mir dieses Mal echte Sorgen gemacht hatte: Wird die Finanzkrise die Leute davon abhalten, zu den Konzerten kommen? Oder bleiben sie wegen der Schweinegrippe daheim?“
Mittlerweile weiß er: Es ist gut gelaufen, es wird wohl auf eine Rechnung „plus-minus Null“ hinauslaufen. Die Zweifel ob des schleppenden Vorverkaufs im Vorfeld waren jedenfalls unbegründet. „Wir haben den Zuschauerschnitt halten können“, sagt Meszelinksy, was bedeutet: Wieder einmal strömten knapp 20 000 Menschen zu den Konzerten, lag die Kartenauslastung bei gut 80 Prozent - ein Indikator für eine erfolgreiche Veranstaltung, wenn man bedenkt, dass die Erlöse aus dem Ticketverkauf 60 Prozent des Etats ausmachen.
Aber Meszelinksy ist auch musikalisch gesehen zufrieden: Jeder Künstler habe ihn überzeugt. Der Nachwuchs-Wettbewerb „Future Sounds“ - den diesmal die Berliner Formation „3 Peas“ gewann - zeige, dass der Jazz tatsächlich kein aussterbendes Genre sei. Und für 2010 verspricht er: „Es wird wieder eine Überraschung geben. Ein großer Name, mit dem keiner rechnet.“
Zufrieden sind - neben Orth und Meszelinsky - auch andere Veranstalter. Zum Beispiel Walter Försteling, Besitzer der Kneipe „Notenschlüssel“, der sagt: „Wir hatten vier Konzerte. Und bei jedem war es rappelvoll, auch weil mancher Gast meinte, dass ihm die Preise für die großen Veranstaltungen einfach zu hoch seien.“ Auch Wilhelm Matthies vom Sensenhammer, der mit drei Konzerten beteiligt war, betont: „Die Auftritte waren wunderbar - sowohl was die Künstler angeht als auch bezüglich der Besucherzahlen. Wir werden 2010 sicherlich wieder dabei sein.“
Indes: Der wahre „Star“ der 30. Jazztage und der Glücklichste von allen ist Bernd Neufeind: Der 51-Jährige wurde mit dem „Jazztage-Award“ ausgezeichnet, weil er bislang nämlich bei allen 30 Festivals als ehrenamtlicher Helfer mitwirkte. Den Oscar-ähnlichen Preis bekam der „Unkaputtbare“ am vorletzten Festivaltag auf der Hauptbühne überreicht - und zeigte sich ob dieser Ehre sichtlich stolz.
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