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Kultur steuert auf Minus zu

An die Grenze gestoßen

Von Frank Weiffen, 18.11.09, 18:06h

Die Rücklagen der „Kultur-Stadt-Lev“ (KSL) werden bis 2011 aufgebraucht sein und sich ab 2012 ins Minus umkehren. Dennoch wird bei der Musikschule weniger gespart als geplant - damit ein wichtiger Beitrag zur Kultur in der Stadt erhalten bleibt.

Musikschule
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Trotz finanzieller Nöte will der Kulturausschuss nicht auf Konzerte und andere Veranstaltungen der Musikschule verzichten. (Archivbild: Ralf Krieger)
Musikschule
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Trotz finanzieller Nöte will der Kulturausschuss nicht auf Konzerte und andere Veranstaltungen der Musikschule verzichten. (Archivbild: Ralf Krieger)
Leverkusen - Dass sich die Stadt Leverkusen in argen finanziellen Nöten befindet, ist keine Neuigkeit. Dass auch in Sachen Kultur gespart werden muss ebenso wenig. Dennoch: Jene Zahlen, die Jahr für Jahr auf den Tisch kommen, wirken stets aufs Neue alarmierend und waren auch bei der ersten Sitzung des neuen Kulturausschusses nach der Kommunalwahl das Thema. Denn: Der Entwurf für den kommenden Etat (inklusive Blick in die Zukunft) besagt, dass die Rücklagen der „Kultur-Stadt-Lev“ (KSL) bis 2011 aufgebraucht sein und sich ab 2012 ins Minus umkehren werden.

Kurzum: Die Grenze ist erreicht. Oder wie es Klaus Hupperth von der CDU formulierte: „Wir stehen am Abgrund“. Was getan werden kann, um den endgültigen Fall in selbigen zu verhindern, vermochte auch Dezernent Marc Adomat (noch) nicht zu sagen: „Uns fehlt leider die Gelddruckmaschine im Keller. Aber wir werden uns Gedanken machen“. Marion Grundmann, die Leiterin der KSL (ehemaliges Kulturbüro), wurde indes einen Tag nach der Sitzung ein wenig konkreter und stellte in Aussicht, dass die Stadt eventuell auf die Rückforderung eines Teils jenes Darlehens verzichte, das sie dem Kulturbüro bei der Umwandlung in die KSL einst als Sondervermögen und damit als Eigenkapital gewährte. „Mehr Möglichkeiten haben wir nicht.“ Alles andere würde an die Substanz gehen.

Wichtiger Beitrag zur Kultur

Etwa an die der Musikschule, die das vielleicht signifikanteste Beispiel für die Einsparproblematik ist: So beschlossen die Ausschussmitglieder nämlich mehrheitlich, die ursprünglich geplante Einsparsumme der Schule von 600 000 Euro (laut Kienbaum-Gutachten) auf die bereits heute erzielten 400 000 Euro zu verringern. Denn: Würde hier weiter Geld eingespart, fielen nach Aussage von Grundmann die Veranstaltungen und Projekte, die außerhalb der normalen Unterrichtszeit stattfinden - also Proben und Auftritte von Orchestern, Ensembles und Bands - weg. „Und das ist undenkbar. Schließlich leisten genau diese Gruppen mit knapp 400 Konzerten im Jahr einen ungemein wichtigen Beitrag zur Kultur dieser Stadt, die ansonsten keine eigenen Ensembles oder Orchester besitzt.“

Um im Gegenteil zumindest noch ein wenig mehr Geld in die Kultur-Kasse zu bekommen, stimmten die Ausschussmitglieder für zwei weitere Anträge, die auf der Tagesordnung standen. So soll erstens die Nutzung des Forums demnächst teurer werden - und zwar sowohl für Parteien und Vereine als auch für kommerzielle Nutzer. Zweitens sollen die Gebühren des Stadtarchivs für Dienstleistungen (etwa die Vorlage von Archivalien, Fotokopien und Vergrößerungen, Digitalisierung, Bildausleihe) erhöht werden.



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