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Welt-Aids-Tag

„Zwei Stunden sind zu wenig“

Von Ana Ostric, 24.11.09, 09:20h

In einer Woche, am Dienstag, 1. Dezember, ist Welt-Aids-Tag. Auch in diesem Jahr werden Leverkusener Schüler wieder im Kinopolis über die sexuell übertragbare Krankheit informiert.

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Bereits im vergangenen Jahr bekamen Schülerinnen und Schüler am Welt-Aids-Tag praktische Tipps. Im Bild: Heike Buntenkötter von der Awo-Familienberatung zeigt den Schülern im Kinopolis, wie man ein Kondom benutzt. (Bild: Ralf Krieger)
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Bereits im vergangenen Jahr bekamen Schülerinnen und Schüler am Welt-Aids-Tag praktische Tipps. Im Bild: Heike Buntenkötter von der Awo-Familienberatung zeigt den Schülern im Kinopolis, wie man ein Kondom benutzt. (Bild: Ralf Krieger)
Leverkusen - Während die HIV-Infektionsraten steigen, nimmt die Sorglosigkeit zu. Dass erleben die Ehrenamtler der Aidshilfe Leverkusen nahezu täglich. Umso wichtiger, dass HIV und Aids am 1. Dezember im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Schüler der weiterführenden Schulen sind am Welt-Aids-Tag eingeladen, sich im Kinopolis über die sexuell übertragbare Krankheit zu informieren.

„Manchmal erlebe ich Sachen, da falle ich vom Glauben ab“, sagt Renate Wöllenstein. Die pensionierte Berufsschullehrerin engagiert sich bei der Aidshilfe im Bereich Prävention. In Schulen beantwortet sie Fragen zu Aids, Infektionswegen und -risiken - und wird mit dabei immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. So erzählte ihr kürzlich eine Jugendliche, dass sich ein Bekannter mit HIV infiziert habe und sie ihm nun nicht mehr die Hand geben wolle. „Da war ich schon ziemlich schockiert“, erinnert sich Wöllenstein.

Bereits zum dritten Mal ist das Kinopolis am 1. Dezember der Ort, an dem der Arbeitskreis Aidsprävention Jugendliche anspricht. Dem Arbeitskreis gehören die Aidshilfe, das Jugendamt, Pro Familia und die Arbeiterwohlfahrt an. In den Kinos werden am kommenden Dienstag Filme zum Thema Aids gezeigt, im Foyer können die Schüler Fragen an Pädagogen und Ärzte stellen. Aus den Leverkusener Schulen haben bereits 940 Schüler ihr Kommen zugesagt. „Interessierte Klassen können sich aber noch anmelden“, betont Ingrid Baare vom städtischen Fachbereich Kinder und Jugend.

Ständig neue Klienten

Die Aidshilfe Leverkusen betreut im Rechtsrheinischen die größte Gruppe Betroffener außerhalb Kölns. „In unserer Betreuung sind 15 Infizierte“, berichtet Kornelia Hocke. Immer wieder würden neue Klienten hinzu kommen, die sich erst vor kurzem angesteckt haben. „Mit unserer Präventionsarbeit erreichen wir 600 bis 700 Schüler pro Jahr“, so Hocke. Diese Zahl soll im nächsten Jahr deutlich steigen. Die Aidshilfe hat einige neue Ehrenamtler hinzugewonnen und will ihre Präventionsarbeit zum Thema sexuell übertragbare Krankheiten ausdehnen. Bislang seien zum Beispiel die Hauptschulen zu kurz gekommen. Renate Wöllenstein hat aber auch eine Bitte an die Schulen: „Wir kommen für zwei Stunden, das ist zu wenig. Es wäre schön, wenn die Lehrer uns vier Stunden freischlagen könnten.“



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