Von Gerhard Bauer, 25.11.09, 16:32h
Es gab fesselnde Abschnitte in allen Bereichen. Das Stück bietet spannende Abläufe, dramatische Ausbrüche, innige Besinnungsmomente. Durch seine Abhängigkeit von den Vorbildern Bach und Händel erscheint Mendelssohn aber auch als bleicher Epigone, zumal in den Fugen. Da wirkte „Chor Musicus Köln“ für seine Verhältnisse oft metrisch seltsam starr. Wirklich schön gelang eigentlich nur der Satz „Wer bis an das Ende beharrt“.
VorhersehbarAuch die Solisten blieben unter ihren Möglichkeiten. Für die alttestamentarische Wucht und Wut des Propheten braucht man einen Heldenbariton, der Thomas E. Bauer halt nicht ist. Vieles klang verkrampft. Rainer Trost kargte diesmal mit der sonst so reichlich vorhandenen lyrischen Süße. Claudia Barainsky imponierte wohl in der kalt strahlenden Höhe, doch wie kann man an Geheimnis und Wunder von „Höre, Israel“ so vorbeisingen?
Dirigent Christoph Spering hat sich oft schon zum Befürworter und Pfleger romantischer Vokalkompositionen aufgeworfen. Aber seine gestalterischen Mittel waren meist vorhersehbar. Auch diesmal ging alles seinen redlichen Lauf. Doch darf die Tugend einer gewissenhaften Abwicklung nicht unterschätzt werden.
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