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Weihnachtsmarkt im Test

Familiär oder kommerziell?

Von Alexander Franz, Lina Feder und Carolin Hintz, 26.11.09, 09:10h

Vor einer Woche öffneten die Weihnachtsmärkte in Opladen und Wiesdorf ihre Pforten. Drei Junge-Zeiten-Mitglieder haben sich auf den beiden Märkten einmal persönlich umgesehen.

Weihnachtsmarkt in Wiesdorf
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Auch die „Budengasse“ in Wiesdorf wurde von den Junge-Zeiten-Mitgliedern getestet. (Bild: Ralf Krieger)
Weihnachtsmarkt in Wiesdorf
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Auch die „Budengasse“ in Wiesdorf wurde von den Junge-Zeiten-Mitgliedern getestet. (Bild: Ralf Krieger)
Leverkusen - Schon bei der Ankunft auf dem Weihnachtsmarkt in Wiesdorf wurde uns klar, dass so richtige Weihnachtsstimmung nicht aufkommen wollte. Direkt zu Beginn sahen wir keinen bunten Weihnachtsschmuck, sondern eine riesige Baustelle, und statt Weihnachtsmusik hörten wir nur Bohrlärm. Als nächstes fiel uns auf, dass die Imbissbuden aneinander gereiht wirken. Ebenso störend das Gefühl, auf einer „spanischen“ Promenade zu sein, da sich die „nichtweihnachtlichen“ Krimskramsläden häuften.

Auf dem Weg nach Opladen kam trotz des viel zu warmen Wetters Weihnachtsstimmung auf, weil die Kölner Straße bereits mit Girlanden geschmückt war. Als wir aus dem Bus stiegen, fiel unser erster Blick auf die große Weihnachtspyramide, die sich dreht und leuchtet, und kaum in der Fußgängerzone hörten wir auch sofort freundliche Weihnachtsmusik. Während wir über den Weihnachtsmarkt gingen, merkten wir, dass hier eine eher familiäre Stimmung herrscht und nicht so auf Kommerz Wert gelegt wird. Unser erstes Resultat lautet also: 1 : 0 für Opladen.

Stammkunden

Was wäre Weihnachten ohne gebrannte Mandeln, Bratwürstchen und Crêpes? Und wo kämen wir ohne Glühweinstände hin? Wie schon erwähnt, gibt es in Wiesdorf Imbissbuden im Überfluss. Um einmal Näheres zu erfahren, haben wir uns mit Ulrich Schmidtmann, dem „Ulli's Würstel Stand“ gehört, unterhalten. Auf die Frage, ob es schwer sei, sich bei diesen „Massen“ an Essensständen durchzusetzen, erklärte er: „Eigentlich herrscht kaum Konkurrenzkampf, da jeder Essensstand verschiedene Angebote hat, ob es jetzt die Bratwurst vom Holzkohlegrill ist, Backfisch oder Reibekuchen. Alle haben ihre unterschiedlichen Vorteile und vor allem auch ihre Stammkunden!“

Einen solchen Stammkunden - Peter Kunka - haben wir gefragt, warum er genau hier herkommt. Daraufhin erzählte er uns, dass er seit über 30 Jahren, genauso lang, wie es auch diesen Weihnachtsstand schon gibt, herkomme, um ein Bier, einen Glühwein oder eine Bratwurst zu genießen. Und wie wir dann feststellten, schmecken Bratwurst und Glühwein wirklich sehr gut. Genauso erzählte uns eine Kundin an einem der drei Crêpes-Stände, dass sie, obwohl es noch einen preiswerteren Stand gibt, hier seit Jahren ihre Crêpes genießt und auch gar keine anderen möchte. Als wir die Besitzerin dieses Standes am Ende der Marktes nach dem Konkurrenzkampf fragten, erzählte sie uns, dass sie hier seit 20 Jahren ist und damit auch der erste Crêpes-Stand in Wiesdorf war. Sie habe sich im Lauf der Jahre eine treue Kundschaft aufgebaut, die sich nicht von den günstigeren Crêpes locken lässt, sondern auf die Qualität der original bretonischen Crêpes Wert legt. Eine kulinarische Neuheit war der Stand des Restaurants „Vis a vis“. Um nicht völlig hinter den Ständen unterzugehen, betreiben die Inhaber dieses Jahr selbst einen Stand. Ihr Ziel ist es, etwas Kultur in den Weihnachtsmarkt zu bringen und den Besuchern etwas Neues zu bieten. Dies ist dem Geschäftsinhaber Gianni Moroni und seinen Mitarbeitern mit besonderen Spezialitäten wie russischem Kaviar, Austern, Calzoncini (gefüllte Teigtaschen) und Champagner auch durchaus gelungen. Auch der Aostatal-Café, ein Kaffee aus Espresso, Grappa, Rotwein und Zitrusfrüchten, ist eine gelungene Abwechslung zum typischen Glühwein.

Kein Konkurrenzkampf

In Opladen stellten wir vor allem fest, dass jeder Essensstand nur einmal vorhanden war und so gar kein Konkurrenzkampf entstehen kann. Zudem kommen Neuheiten wie Flammkuchen und Brezeln hinzu, die es in Wiesdorf nicht gab. Im „Bergischen Dorf“ trafen wir an einem Glühweinstand Anja Schmoll und Gabi Betz, die für den Weihnachtsmarkt aus dem Westerwald angereist sind, um mit ihren Freunden den Glühwein hier genießen zu können. Sie waren mit der ganzen Weihnachtsatmosphäre in Opladen zufrieden und fanden die Aufmachung insgesamt sehr gelungen. Dazu kommen besondere Attraktionen wie am Glühweinstand „Bastian“, wo es jeden Dienstag heißt: „Heiße Liebe Glühwein“. Laut den Besitzern Oskar und Doris Bastian, die ihren Glühwein selbst brauen, sind diese Abende sehr beliebt. Dem Spruch, den wir an einem Crêpes-Stand lasen - „Wir haben alles, was sie brauchen, was wir nicht haben, brauchen sie nicht!“ - konnten wir aber leider nicht zustimmen, denn Alexander fehlten definitiv die Crêpes mit Kinderschokolade, die es aber scheinbar nur in Wiesdorf gibt. Auch wenn die Auswahl in Wiesdorf vielleicht schon zu groß ist, werden dort vielfältigere Sachen angeboten und dies auch teilweise preiswerter. Hier also ein Punkt für Wiesdorf, womit es dann 1 : 1 steht.

Hübsche Engelfiguren

In Wiesdorf gab es außer den Essensständen kaum besondere andere Stände, die uns beeindrucken konnten. Der einzige Stand, der uns hier auffiel, war ganz am Ende des Weihnachtsmarktes, der dieses Jahr das erste Mal da war und handgefertigte, wirklich hübsch aussehende Tier- und Engelfiguren aus Holz verkauft.

Dagegen hatte Opladen definitiv mehr zu bieten. Hier fanden wir viele verschiedene Stände, die auch bleibende Erinnerungen hinterlassen. Einer dieser Stände war die „Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft“ (DMSG). Hier bieten Betroffene dieser Nervenkrankheit bereits zum zweiten Mal von ihnen selbst gemachte Weihnachtsdekorationen, Marmelade und Holzarbeiten an.

Hier wieder ein Punkt für Opladen, somit steht es jetzt 2 : 1

In Wiesdorf waren die Höhepunkte der Stand vom „Vis a Vis“ und der griechische Stand „Nan-Feinkost“. Ansonsten gab es nichts wirklich Beeindruckendes. In Opladen dagegen war schon die Dekoration herausragend. Zudem gibt es eine Bühne, auf der in der Adventszeit viele Aktionen stattfinden. Eine weitere Attraktion ist, dass in den Aktionshäuschen nach einer gewissen Zeit die Vereine wechseln und es so mehr abwechslungsreiche Angebote gibt. Und wieder geht ein Punkt an Opladen

Opladen gewinnt unserer Meinung nach also mit 3 : 1 dank schönerer Angebote und der trotz des warmen Wetters weihnachtlichen Atmosphäre.



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