Von Christina Michaelis, 26.11.09, 13:48h, aktualisiert 26.11.09, 13:50h
Dunkel, keine Lichter
Genau dorthin sollte die Reise mitunter gehen, denn Bukittinggi liegt nur anderthalb Autostunden von Padang entfernt. Nach anfänglichen Zweifeln und Warnungen seitens Freunden und Familie entschieden sich die drei Frauen dennoch, Tina Yussuf zu besuchen. Sie sei glücklicherweise nicht direkt vom Beben betroffen, die Freundinnen sollten kommen, ließ sie aus Sumatra verlauten. Und Karina Glowania ist froh, die Reise angetreten zu haben. Am 10. Oktober flogen die Frauen in Padang ein. „Dunkel, keine Lichter, und viele Zelte an den Straßen“, so beschreibt Glowania ihre ersten Eindrücke bei der abendlichen Einreise.
In den zwei Wochen ihres Aufenthaltes sahen und erlebten die Frauen viel Elend. Vor allem in Padang waren viele Häuser „grotesk eingestürzt“. Familien, deren Häuser zwar weitestgehend unbeschädigt blieben, aber einsturzgefährdet waren, schliefen seit dem Erdbeben in ihren Autos. „Die Angst war zu groß, dass da etwas passiert“, erzählt Glowania. Trotz der schrecklichen Umstände habe sie die Menschen dennoch unheimlich gastfreundlich und „erstaunlich mutig, tatkräftig“ erlebt. Besonders beeindruckt habe sie der Cousin ihrer Freundin Tina, Frater Philip Rusihan Sakti. Der katholische Priester und Bezirksbischof von Westsumatra habe nach dem Beben direkt alle Hebel in Gang gesetzt, um Hilfe für seine Gemeinde zu organisieren. „Er war unglaublich gelassen, obwohl sein Lebenswerk zerstört wurde“. Denn der Priester habe seit Jahren ein Schulzentrum und drei große Kirchen in Padang betreut. „Wir wären da alle viel frustrierter und hilfloser gewesen“, so die Lehrerin. „Aber das Leben geht weiter, so schlimm die Umstände auch sind.“ Diese Erkenntnis habe sie sehr beeindruckt und geprägt.
Hilfe für SumatraNachdem Glowania Ende Oktober zurückgekehrt ist, möchte sie ihre Erinnerungen nicht für sich behalten, sondern mit anderen Menschen teilen. Vor allen Dingen möchte sie etwas bewegen. Den Menschen in Padang helfen, den Priester unterstützen. Wer sich dafür interessiere, was sie plane, der könne sich gerne per E-Mail (Gw900@web.de) an sie wenden. „Der Wiederaufbau verläuft nur schleppend, es ist kein Geld da“, sagt Glowania bedauernd. Und da müsse man einfach etwas tun.
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