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Ausstellung im Erholungshaus

Grenzen gibt es nicht

Von Frank Weiffen, 27.11.09, 09:11h

„Das ist Fotografie“: Das Erholungshaus in Wiesdorf zeigt in einer Ausstellung Werke des 1999 verstorbenen Fotokünstlers Andreas Feininger. „That's Photography“ eröffnet am Sonntag und wird noch bis Ende Januar zu sehen sein.

Feininger
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Mehr als ein Handwerk: Wer durchs Erholungshaus wandelt, erlebt Fotografie als Kunst. (Bild: Britta Berg)
Feininger
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Mehr als ein Handwerk: Wer durchs Erholungshaus wandelt, erlebt Fotografie als Kunst. (Bild: Britta Berg)
Wiesdorf - „That's Photography“ - „Das ist Fotografie“ heißt sie, die Ausstellung. Und diesen Namen verdient sie: Denn was der 1999 verstorbene Andreas Feininger (aus dessen Tübinger Archiv die Mehrheit der 280 ausgestellten Bilder stammt) mit seiner Kamera festhielt, ist ein faszinierender Querschnitt durch alles, was Fotografie ausmacht. Es ist eine echte Aussage mit Ausrufezeichen. Eben: „DAS ist Fotografie.“ Und eine zeitlose obendrein.

Wer immer schon einmal wissen wollte, warum die Kamera als Kunstmedium zu Unrecht unterschätzt wird, der braucht nur die Gänge des Bayer-Kulturhauses entlangzuschreiten. Denn auch wenn Feininger - der 1933 aus Deutschland zunächst nach Stockholm, später nach New York emigrierte - viele der gezeigten Bilder für das „Life“-Magazin machte, geht sein Schaffen doch weit über die Reportage hinaus. Es ist ein Handwerk das in Feiningers Hand zur Kunst wurde, die sich allem widmet: den Natur-Stillleben und den Personenporträts. Den Stadt- ebenso wie den Landansichten. Der tierischen Anatomie ebenso wie der menschlichen. Grenzen gibt es dabei nicht. Im Erholungshaus befinden sich im Erdgeschoss die Fotos aus den US-Metropolen: New York, Chicago. Es gibt ethnische Studien: würfelnde Schwarze, griechische Cafés, deutsche „Wurstbuden“, jüdische Teppichgeschäfte. Man sieht Bilder voller Sehnsucht: die Freiheitsstatue im Nebel, die Brooklyn-Bridge in der Dämmerung. Und es gibt Dokumente dieser riesenhaften „Wahnsinnigkeit“ der Großstädte: Menschenmassen auf der 5th Avenue, tausende Sonnenanbeter auf Coney Island, Häuserschluchten.

Im Detail

Im Obergeschoss befinden sich dagegen die Detailstudien: Fauna und Flora in teils mikroskopischer Ansicht, geheimnisvolle Formen, deren wahre Beschaffenheit (Schilfrohr, Eiskristalle) sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Und dann ist da noch dieses „Schmankerl“, auf das Rike Zoebelein vom Bayer-Referat Kunst zufällig stieß, nachdem sie zwei Mitarbeiter des Fotoarchives darauf aufmerksam machten: Zehn Farbaufnahmen, die Feininger in den 60ern für den Chemiekonzern in dessen „Herz“ machte: Sie zeigen Farbpaletten, Regale voller Reagenzgläser, Maschinen - und haben eine ungeheure Wirkung. Selten wurde der Begriff der „Farbenstadt“ anschaulicher dargestellt. Die Ausstellung wird am Sonntag um 11 Uhr eröffnet und ist bis zum 24. Januar samstags, sonn- und feiertags (11 bis 17 Uhr) sowie bei Abendveranstaltungen zu sehen. Führungen: sonntags 11.15 Uhr und nach Vereinbarung unter 0214 / 30 - 4 12 83.



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