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Haus Fürstenberg

Polizei räumt Stadthalle

Von Hartmut Zitzen, 29.10.09, 12:29h, aktualisiert 18.03.10, 15:33h

In Opladen spielten sich am Donnerstag dramatische Szenen ab, nur einige der Protagonisten: Polizei, Gerichtsvollzieher und ein Rettungswagen. Ein lange schwelender Rechtsstreit spitzte sich zu.

Streit um Haus Fürstenberg
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Sven Reumkens (li.) und Peter Orlowski mit der Einstweiligen Verfügung des Landgerichts vor dem Haus Fürstenberg. BILD: RALF KRIEGER
Streit um Haus Fürstenberg
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Sven Reumkens (li.) und Peter Orlowski mit der Einstweiligen Verfügung des Landgerichts vor dem Haus Fürstenberg. BILD: RALF KRIEGER
Opladen - Polizei, Gerichtsvollzieher, ein Rettungswagen - schon von außen war zu sehen, dass sich Donnerstagvormittag dramatische Szenen in der Opladener Stadthalle abspielten. Tatsächlich hat sich der seit Monaten schwelende Rechtsstreit zwischen Eigentümer und Betreiber derart zugespitzt, dass wohl nur noch die Gerichte über die Zukunft von „Haus Fürstenberg“ bestimmen werden. Die gute Nachricht: Alle Beteiligten haben ein gesteigertes Interesse daran, den Betrieb von Hotel, Restaurant und Veranstaltungssaal aufrecht zu erhalten und keine der zahlreichen, bereits gebuchten Veranstaltungen platzen zu lassen.

Beteiligt sind der Duisburger Investor Uwe Fuhrmann als Eigentümer der Immobilie, Michael Lamm als sein Pächter und der Betreiber der „Stadthalle Opladen GmbH“. Fuhrmann hatte das historische Ensemble an der Rat-Deycks-Straße Ende 2005 von der Stadt gekauft und mit erheblichem finanziellen Aufwand restauriert. Im September 2007 verkaufte Fuhrmann die Betreibergesellschaft an die „Vivendi Hotel Betriebs GmbH“ der Düsseldorfer Hoteliersfamilie Besch, „weil Gastronomie überhaupt nicht zu meinen Geschäftsinteressen gehört“. Später machte Fuhrmann der Vivendi auch ein Kaufangebot für den Grundbesitz. Noch bevor der Eigentumsübergang zustande kam, verkaufte Vivendi die „Stadthalle Opladen GmbH“ samt Inventar an den Betreiber weiter, lehnte dann aber das Kaufangebot ab. Damit begannen die Auseinandersetzungen, die gestern Morgen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten. Gleichzeitig hatte der Betreiber von seinem früheren Arbeitgeber nämlich auch einen neuen Mietvertrag zu erheblich günstigeren Konditionen und außerdem drei Monate Mietfreiheit zugesichert bekommen.

Fuhrmann, nach wie vor Eigentümer der Immobilie, pocht hingegen auf die fortlaufende Zahlung der alten Miete und bestreitet, dass die Vivendi auch das Inventar verkaufen durfte. Weil eine gütliche Einigung nicht zu erzielen war, hat er den Mietvertrag inzwischen fristlos gekündigt und über seinen Rechtsanwalt Peter Mauel eine Räumungsklage gegen den Betreiber eingereicht. Der wiederum sieht sich aufgrund seiner Verträge im Recht und denkt nicht daran, das Haus Fürstenberg zu verlassen. Am vergangenen Wochenende eskalierte der Streit.

Michael Lamm, zwischenzeitlich von Fuhrmann als neuer Pächter verpflichtet, ließ die Schlösser auswechseln und verwehrte Reumkens so den Zugang. Der erwirkte mit Hilfe seines Anwalts Peter Orlowski prompt eine Einstweilige Verfügung, die gestern Morgen vollzogen wurde. Weil es dabei auch zu Handgreiflichkeiten kam, musste die Polizei eingreifen. Zumindest vorläufig ist jetzt also wieder der Betreiber der Hausherr.



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