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Bayer-Spielmannszug

Mit Trommeln und Backpfeifen

Erstellt 11.11.09, 15:37h

Der musikalisch vielseitige Bayer-Spielmannszug feiert sein 50-jähriges Bestehen. Zwei Mal wurde der Verein, dessen Geschichte bis ins Jahr 1907 reicht, aufgelöst.

Bayer-Spielmannszug
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Den runden Geburtstag feierte der Bayer-Spielmannszug ausgelassen. Klar, dass er den Gästen auch mehrere Ständchen brachte. BILD: RALF KRIEGER
Bayer-Spielmannszug
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Den runden Geburtstag feierte der Bayer-Spielmannszug ausgelassen. Klar, dass er den Gästen auch mehrere Ständchen brachte. BILD: RALF KRIEGER
Leverkusen - Es waren die beiden Kriege im vergangenen Jahrhundert, die dem Bayer-Spielmannszug einen dicken Strich durch seinen Jubiläumskalender machten. Denn eigentlich wurde der Verein bereits 1907 gegründet. Im Ersten Weltkrieg erfolgte die erste Auflösung des Vereins, die zweite im Zweiten Weltkrieg, nachdem sich die Gruppe 1935 erneut konstituiert hatte. Und so gilt, dass der heutige Spielmannszug 1959 gegründet wurde.

Zum 50-jährigen Bestehen feierten Mitglieder und Gäste natürlich kräftig, und zwar in ihrem Feierraum in der Schule an der Ophovener Straße. Und da wurde auch zurückgeschaut auf die Jahre, in denen der Verein sehr militärisch geführt worden war, und zwar von Willy Betzing. Frauen durften nicht mitmachen, und wer nicht spurte, bekam eine Ohrfeige. Heute präsentiert sich der Spielmannszug als junges Ensemble, in dem Mädchen und Jungen, Frauen und Männer so manchen Schützenfestumzug mit Trommeln und Flöten, Pauken und Lyren begleiten. Unter Paul Gehrmann waren ab 1973 auch Frauen gern gesehen.

Jecke Zeiten

1977 wurde der Vorsitz und die musikalische Leitung von Jörg Kießling übernommen, und der landete einen Coup. Nach Gesprächen mit Heinrich Jansen von der Leverkusener Prinzengarde und Willy Hentges vom Festkomitee Leverkusener Karneval stieg der Bayer-Spielmannszug ins Fastelovend-Geschehen ein und begleitete fortan den Karnevalsprinzen. Im ersten Jahr (1989) wurde noch in den Schützenuniformen gespielt, später dann legte sich das Ensemble eine eigene Karnevalsmontur zu. Gespendet wurden die Gardeuniformen vom damaligen Bayer-Werksleiter Eberhard Weise.

Unter Jörg Kießling nahm sich der Verein auch der Jugend an. Und so hat der Spielmannszug bis heute keine großen Nachwuchsprobleme. Da ist zum Beispiel Jacqueline (11) aus Wiesdorf. Seit zwei Jahren spielt sie Querflöte. „Nein“, sagte sie während der Geburtstagsfeier, schwer sei das nicht. Schon nach einem halben Jahr habe sie mitmarschieren können. Für Marcel (12) aus Lützenkirchen, seit einem Jahr dabei, ist der Vereinsgeburtstag eine ganz besondere Sache. Denn da hatte er seinen ersten Auftritt, und den bewältigte der Junge mit Bravour, haute mächtig auf die Trommel.

1996 wechselte der Vorsitz und die musikalische Leitung nicht an einen, sondern an zwei Musiker: Dirk und Birger Laufenberg. Die Jugendarbeit wurde intensiviert; es gab neue Uniformen, die nicht allzu militärisch wirken. Unter Birger wurde die Mehrstimmigkeit bei den Flöten mit erster, zweiter, dritter Stimme sowie die Altflöten eingeführt. Damit eröffnete sich dem Spielmannszug ein neues Repertoire: die Unterhaltungsmusik.

Geprobt wird immer donnerstags um 19 Uhr im „Wiesdorfer Treff“ an der Hauptstraße.



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