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Wohlfahrtsverbände

Bündnis schlägt Alarm

Von Ulla Jonen, 18.12.09, 19:38h

Fünf Leverkusener Wohlfahrtsverbände haben eine Arbeitsgemeinschft ins Leben gerufen, die Landes- und Bundespolitiker aufrütteln soll. Es geht um die Freizeit von Jugendlichen und Senioren.

Leverkusen - Wenn Berlin und Düsseldorf der Stadt Leverkusen weiterhin immer mehr Pflichtaufgaben zuweisen, dann werde das ein bitteres Ende nehmen. Dann sei die Stadt in zwei, drei Jahren pleite, dann gebe es für Politiker nichts mehr zu entscheiden, dann würden alle freiwilligen kommunalen Leistungen gestrichen. Die Liste, die die Vertreter von Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Rotes Kreuz aufzählten, ist lang. Und sie beinhaltet eine kleine Förderung für eine Theater- oder eine Selbsthilfegruppe ebenso wie die Schließung von Turnhallen und Schwimmbädern. Stadtkämmerer Rainer Häusler hat vor gar nicht langer Zeit gefordert, dass ein Ruck durch die Bevölkerung gehen müsse. Die Arbeitsgemeinschaft will diesen Ruck nun initiieren und startet das „Bündnis für Leverkusen“. Diesem Bündnis können sich alle anschließen, alle Bürger, alle Vereine, Parteien, Organisationen, Gruppen, und zwar mit ihrer Unterschrift. Die Verbände stellten gestern bei einem Gespräch klar, dass es nicht darum gehe, dass sie selbst klagen und jammern wollten. Vielmehr gehe es darum, dem Bundes- und Landesparlament zu signalisieren, dass das Gemeinwesen Leverkusen mit all seinen Bürgern und Initiativen eine solche Politik nicht mehr hinnehmen wolle, hieß es. In Remscheid, beispielsweise, und in Wuppertal laufen vergleichbare Aktionen.

Es ist nicht verwunderlich, dass ausgerechnet die Wohlfahrtsverbände die Menschen in Leverkusen aufrütteln wollen. Denn sie sind es vor allem, die sich um Kinder, Jugendliche und Senioren kümmern. Sie sind eben auch in den Problemteilen der Stadt da und arbeiten, dort, wo es kein Landes- und Bundesparlament hinzieht, wo die finanzielle Not und ihre Folgen immer krasser zum Vorschein kommen. Wenn genau dort die freiwilligen Leistungen gekürzt werden, dann habe das fatale Folgen, sagten die fünf Verbands-Chefs. Kurzfristig würden dadurch städtische Ausgaben verringert, langfristig würden solche Kürzungen aber zu enormen Problemen führen. Und sie hatten auch gleich ein Beispiel parat: Von konzeptionell sinnvoller Jugendarbeit vor Ort werden gewiss nicht alle Problem-Jugendlichen erfasst, aber viele. Werde diese Arbeit eingestellt, dann drohe einigen ein Heimaufenthalt. Und der, so hieß es, koste pro Jahr rund 50 000 Euro. Aber genau diese Sparfolgen wollten Finanzfachleute weder sehen noch könnten sie sie abschätzen.

Nun hoffen die Spitzenverbände auf Unterstützung. „Je mehr Unterschriften, desto besser“, hieß es gestern.



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