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Konzert

Der Guitarrero kehrt zurück

Von Frank Weiffen, 31.01.10, 17:27h

Klaus „Major“ Heuser, der berühmteste Gitarrist, den Leverkusen je hervorbrachte, hat am Freitag der Jazzkneipe »topos« einen Besuch abgestattet. Gemeinsam mit Richard Bargel spielt er nostalgischen Blues in rohster Form.

Klaus Major Heuser
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Nostalgie mit Hut, Gitarre und Bassist: Der „Major“ (l.), Richard Bargel, Sascha del Broug (hinten) beim Auftritt im „topos“. (Bild: Britta Berg)
Klaus Major Heuser
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Nostalgie mit Hut, Gitarre und Bassist: Der „Major“ (l.), Richard Bargel, Sascha del Broug (hinten) beim Auftritt im „topos“. (Bild: Britta Berg)
Wiesdorf - So wie er sieht einer aus, der alles erlebt hat, was er erleben wollte. Und der jetzt nur noch das macht, auf das er wirklich Bock hat. Klaus „Major“ Heuser, der berühmteste Gitarrist, den Leverkusen je hervorbrachte, ist geradezu ein Sinnbild für Lässigkeit: Er hat den Hut tief ins Gesicht gezogen, setzt sich die Gibson aufs Bein. Und dann fängt der Mann, der der Rockband BAP einst überhaupt erst den Rock beibrachte, an zu spielen.

Es ist wie die Heimkehr des „verlorenen“ Sohnes in seine Heimat: Der „Major“ lebt in Köln. Er hat sein Studio dort. Und hier, im Schatten des Bayer-Kreuzes, trat er lange nicht mehr auf. Bis er eben vor einem Jahr den ebenfalls in Köln lebenden Blueser Richard Bargel traf. Die Chemie stimmte, man jammte hier ein wenig und dort ein bisschen, beschloss auf Tour zu gehen. „Und da kam mir eben die Idee, auch dem »topos« einen Besuch abzustatten“, sagt Heuser nach dem Konzert, die Finger noch zittrig vom Spielen und eine Zigarette im Aschenbecher ausdrückend. Immerhin sei er in der nahen Carl-Leverkus-Straße aufgewachsen. Und überhaupt kenne er diesen Club hier seit seiner Jugend - wie so viele andere, die an diesem Abend den engen, völlig verrauchten Laden bis in den hintersten Winkel füllen.

Sehr nostalgisch klingt das. Und auch die Musik des Duos Bargel-Heuser klingt nostalgisch: Es ist Blues in seiner rohsten Form. Die Akkorde kommen als tonales Skelett ohne unnötigen Popanz daher. Ein Solo kann da auch mal aus nur drei Tönen bestehen. Aber es ist eine schöne, eine gute Nostalgie, weil sie nicht in Kitsch abdriftet, sondern grundehrlich rüberkommt und ins Herz trifft. Vor allem, wenn manchmal allein die unendlich tiefe Reibeisenstimme Bargels durchs „topos“ dröhnt und Geschichten erzählt von denen, die auf der Verliererseite stehen im Leben, von Glücksrittern, Außenseitern und Menschen die irgendwann merken: Ich stehe immer am Ende der Schlange - „Last Man In The Row“. Nur ab und zu geht es mit „Major“ dann doch mal durch, kann er seine Rock-Wurzeln nicht verbergen: Dann haut er eines seiner allseits bekannten Soli raus, die so typisch nach BAP klingen und an alte Sporthallen-Zeiten erinnern.

Den Bassisten Sascha del Broug bemerkt man eigentlich erst dann so richtig, als er von Bargel vorgestellt wird. Nicht, dass er seine Sache nicht auch hervorragend gemacht hätte. Aber gegen diese „Guitarreros“ in dieser Form hätte es jeder schwer. Wenn der „Major“ auf etwas Bock hat, dann richtig.



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