Von Lars Richter, 14.07.10, 20:57h
Acht Jahre sind vergangen, seit das erste Engagement des 1,89 Meter großen Mittelfeldspielers in Leverkusen (1999 bis 2002) endete und er bei den europäischen Top-Adressen Bayern München und FC Chelsea seine Karriere fortsetzte. Ein Wiedersehen mit ehemaligen Weggefährten hat es nach dieser langen Abwesenheit nicht gegeben. Bernd Schneider war der letzte verbliebene Begleiter Ballacks aus der erfolgreichen, aber doch titellosen Ära der Rheinländer zu Beginn des Jahrzehnts. Und der beendete im Mai seine Karriere.
Ballack (33) ist aber auch von der aktuellen Generation positiv aufgenommen worden, immerhin verspricht sich der Klub von seiner Verpflichtung nicht nur einen bundesweit beachteten Imagegewinn - sondern primär einen sportlichen Qualitätsschub. „Wir freuen uns natürlich, dass Michael da ist“, sagte Simon Rolfes, „er ist ein super Spieler und es ist immer toll, solche Leute in der Mannschaft zu haben.“
Sowohl der verletzte Kapitän als auch Keeper René Adler wissen Stärken und Schwächen des Routiniers aus gemeinsamen Auftritten mit der DFB-Auswahl zuverlässig einzuschätzen. Mit Adler verbindet den Rückkehrer zudem gelegentlich „eine gemeinsame Gestaltung der Freizeit“, wie Ballack berichtete.
Spätestens bei einem geselligen Beisammensein anlässlich seines Einstandes wird der Vater dreier Söhne auch den Rest des Kaders näher kennenlernen. Bei dieser Gelegenheit werden wohl auch die Saisonziele noch etwas genauer erörtert. „Bayern ist das Maß aller Dinge“, meinte Ballack bescheiden, „aber es gibt dahinter einige, die daran kratzen. Und wir wollen dazugehören.“
Trainer Jupp Heynckes (65) verspricht sich von seinem Transfer-Coup „eine bessere Balance zwischen Jung und Alt.“ Die beruhigende Wirkung des Erfahrenen strahlte zuletzt ja vor allem die finnische Abwehrlegende Sami Hyypiä (36) aus, Hilfe in kritischen Situationen soll er künftig von Ballack erhalten. „Michael ist eine Führungspersönlichkeit. Er ist im Ausland seinen Weg gegangen und das imponiert mir“, erklärte Heynckes.
Trotz des Lobes für den Star soll es keinen Sonderstatus für den Renommierten geben, das ist dem Coach wichtig. „Michael ist ein Weltklassespieler und ein Teamplayer. Er wird sich aber auch integrieren müssen, weil er in eine funktionierende Einheit kommt.“ Eine aufreibende Kapitänsdiskussion wie im Nationalteam wird es im Verein nicht geben, Rolfes und dessen Vertreter Manuel Friedrich sind in ihrem Amt unantastbar. „Für Michael hat es keine Bedeutung hier Kapitän zu sein. Er kann sich auch so einbringen“, betonte Heynckes.
Ebenso wie Rolfes (Knorpelschaden am Knie) muss Ballack nach seinem Syndesmosebandriss erst fit werden. Derzeit befindet er sich im Krafttraining, in zwei bis drei Wochen will er mit dem Team arbeiten. Als Ziel für sein Comeback hat der Rekonvaleszent optimistisch den 21./22. August ins Auge gefasst. Das erste Saisonspiel in Dortmund.
Teamplayer???
15.07.2010 | 13.50 Uhr | Schwarzer Peter
Seit wann ist Michael Ballack denn Teamplayer?
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