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Schloss Morsbroich

Die Wasserinsel - Spiel mit Risiko

Von Jan Sting, 15.07.10, 17:49h, aktualisiert 16.07.10, 15:29h

Im Schloss Morsbroich bietet eine neue Attraktion angenehme Abkühlung bei sommerlichen Temperaturen. Der Brunnen von Jeppe Hein ist ein sympathisches Kunstwerk: Kinder können davon nicht genug bekommen.

Brunnen Schloss Morsbroich
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Jeppe Heins Springbrunnen im Schlosshof ist begehbar. Allerdings muss man geduldig sein, die Spielregeln des Wasserspiels auskundschaften, einen Plan schmieden, wie man ins Innere des Brunnens gelangt. Von dort aus ist die Sicht ganz spannend. (Bild: Ralf Krieger)
Brunnen Schloss Morsbroich
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Jeppe Heins Springbrunnen im Schlosshof ist begehbar. Allerdings muss man geduldig sein, die Spielregeln des Wasserspiels auskundschaften, einen Plan schmieden, wie man ins Innere des Brunnens gelangt. Von dort aus ist die Sicht ganz spannend. (Bild: Ralf Krieger)
Alkenrath - Wagemut ist bei diesem Springbrunnen angesagt. Quasi als Testperson steht der Betrachter des „Water Island Morsbroich“ des dänischen Künstler Jeppe Hein vor einer kreisrunden Wasserwand. Keiner weiß, wann, wie lang oder warum sie sich öffnet. Doch es gibt Pausen, in denen der Weg ins Innere frei ist. Und von dort aus lässt sich die Welt neu betrachten. Regenbogenfarben flirren, das barocke Schloss Morsbroich wird durch den Wasserschleier unscharf - ein bisschen wie auf einem Bild von Gerhard Richter. Geht dort womöglich gerade eine Frau die Treppe herab?

Dass Jeppe Hein ein Künstler ist, der seine Betrachter aus sich herausholt, wird schnell klar. Sein Brunnen ist ein sympathisches Kunstwerk: Kinder können davon nicht genug bekommen, Erwachsene haben womöglich den Triumph, eine vorzügliche Geschichte über die urplötzliche Fontäne zu erzählen, die vom Socken aus hinterhältig ins Hosenbein schoss. Jeder kann Grenzerfahrungen machen, die vor allem eins freisetzen: Vergnügen.

Spendabel

Vergnügen dürfte nun auch Alice Steinebach haben. Sie ist die „Chefin“ des Museumsshops, den sie und 27 Freundinnen ehrenamtlich und offenbar sehr erfolgreich leiten. Auf ihre Initiative hin sprudelt der Brunnen im Schlosshof überhaupt. Drei Viertel der Kosten übernahmen sie, als weitere Sponsoren konnten die Sparkasse sowie die Energieversorgung Leverkusen gewonnen werden. Die Freundinnen des Museums wollten eine Spende machen, konsultierten Museumsleiter Markus Heinzelmann. Der dachte an Jeppe Hein. Der kleine Museumsladen, 2004 eröffnet, ist beliebt, wirft Gewinne ab. „Und gute Erträge bedeuten immer auch viele Steuern. Mit der Spende sollte etwas künstlerisch sichtbar werden“, erklärt Steinebach.

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Nach Ansicht Markus Heinzelmanns ist das mit der Brunnenskulptur aus Wasser vollauf gelungen. Nicht zufällig habe sich Jeppe Hein für einen kreisrunden Springbrunnen entschieden, der genau in der Spiegelachse des Schlosses stehe. „Die rund Form ist eine Referenz an die architektonische Formensprache, die sich perfekt in das Gelände einfügt.“ Der Brunnen lade aber auch dazu ein, ihn zu benutzen. Für Kinder gebe es keine Verbote. Wenn sie in der Brunnenschale badeten, sei das in Ordnung. Zwar gelte für alle „Betreten auf eigene Gefahr“. Aber wer die Badehose dabei habe, sei schon mal auf der sicheren Seite. Am Sonntag, 18. Juli, 14 Uhr, wird der Brunnen öffentlich eingeweiht. Um 15 Uhr macht ein großes Kinderfest im Schlosspark den Auftakt zum Morsbroicher Sommer. Zwischen 11 und 17 Uhr gibt es in der Bibliothek des Museums einen Bücherflohmarkt und aktuell ist die Schau „Das Theater ist auf der Straße“ mit Werken des aus Leverkusen stammenden Fluxuskünstlers Wolf Vostell zu sehen. Er gab die Vorlage für Happenings, bei der die Menschen auf der Straße aktiv einbezogen wurden. Beim Brunnen können sie jederzeit üben. Von April bis November soll das Wasserspiel fortan zwischen 9 und 23 Uhr durchgehend eingeschaltet werden.



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