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Präsentation

Ballack attackiert Philipp Lahm

Von Christian Oeynhausen, 14.07.10, 20:57h, aktualisiert 14.07.10, 22:09h

Kampfansage von Michael Ballack: Bei seiner offiziellen Präsentation in Leverkusen hat sich der Mittelfeld-Star seinen Kontrahenten Philipp Lahm vorgeknöpft. In der DFB-Elf gebe es derzeit nur einen rechtmäßigen Kapitän. Und der heiße Ballack.

Michael Ballack
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Michael Ballack. (Bild: Getty)
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Michael Ballack. (Bild: Getty)
LEVERKUSEN - Wie wär´s denn eigentlich mit Ballack? Mit dieser Frage, so erzählt Rudi Völler, habe es angefangen im Frühjahr. In diesem Moment begann Bayer 04 Leverkusen, sich über eine erneute Verpflichtung des Mittelfeldstars Gedanken zu machen, falls sich nach dessen Abschied vom FC Chelsea eine Chance ergeben würde. Die Chance kam, gestern wurde Ballack offiziell vorgestellt und damit hat die Zeit begonnen, in der es Antworten auf die Frage gibt, wie es denn mit Ballack so ist. Über das Sportliche lässt sich noch nichts sagen, der 33-Jährige befindet sich nach seiner Knöchelverletzung am „Übergang vom Kraft- zum Lauftraining“.

Aber wer Michael Ballack holt, bekommt für zwölf Millionen Euro in zwei Jahren ja nicht nur einen kopfballstarken Mittefeldspieler mit starkem rechten Fuß. Sondern eine Figur, eine Marke, eine Fußballauffassung. Und jede Menge Aufmerksamkeit. Zwei Dutzend Kameras und rund 100 Journalisten kamen am Mittwoch wegen Ballack So wollten sie es haben. „Wenn man das sieht, dann zeigt sich schon: Der Transfer war richtig. Wir stoßen in neue Dimensionen vor“, sagte Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

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Holzhäuser saß dann mit einem unerschütterlichen Dauerlächeln auf dem Podium vor den Sponsorenlogos, als Ballack seine ersten Statements für den neuen Klub abgab. Natürlich ging es bald um die Nationalmannschaft und das Kapitänsamt beim DFB, dass zuletzt Philipp Lahm bekleidet hatte. Der Bayern-Verteidiger, der gestern heiratete, erhielt von Ballack dazu einen knappen Glückwunsch und einen kräftigen Tritt vors Schienbein. „Ich bin immer noch Kapitän der Nationalmannschaft, keine Diskussion“, sagte Ballack. „wenn Philipp das anders sieht, dann muss er das mit dem Trainer besprechen.“

Lahm hatte noch während der WM angekündigt, die Binde nach dem Turnier nicht freiwillig zurück zu geben. Den Aufstand zu wagen, während der Regierende verletzt zuschauen musste, hält Ballack für nicht sehr mutig: „Was Philipp gesagt hat, ist, unabhängig davon dass der Zeitpunkt unpassend war, fragwürdig. Ich war verletzt und konnte mich nicht einbringen.“

Falsche Zeit, falsches Thema, Kleiner - klarer geht's nicht. Geht es doch: „Es ist ja auch kein Wunschkonzert, dass jeder Spieler sich wünschen kann, wo er spielt. Genauso ist es auch beim Kapitän.“ Er, Ballack, werde bei nächster Gelegenheit mit „Philipp das eine oder andere Wort sprechen. Dann ziehen wir wieder an einem Strang“.

Später spricht Ballack noch über sein ausgezeichnetes Verhältnis zum Bundestrainer und übergeht dabei großzügig, wie sehr Joachim Löw und sein Kapitän noch vor einem Jahr überkreuz lagen, als Ballack öffentlich Kritik am Coach geübt hatte. Dass sich in Lahms Vorstoß auch Unzufriedenheit über das autoritäre Auftreten des „Capitano“ gegenüber den Kollegen ausdrücke, hält Ballack für abwegig. „Wird mir nachgesagt, dass ich autoritär bin?“, fragt er lächelnd und bekennt sich dann in Führungsfragen zum Altmodischen: „Flache Hierarchie? Ich kenn´ das Wort nicht. Das müsste mir mal jemand interpretieren.“ Und schließlich habe er ja kein Problem damit, wenn andere „neben und mit mir“ Führungsaufgaben übernähmen.

In Leverkusen wird der 33-Jährige übrigens neben und mit anderen führen. Die Binde erhält er nicht. Auch in seiner ersten Periode von 1999 und 2002 war Ballack nicht Bayer-Käpitän. Damals amtierten Jens Nowotny und Carsten Ramelow,. Aktuell ist der ebenfalls verletzte Simon Rolfes Spielführer. Dabei soll es bleiben. „Es ist psychologisch wichtig, dass er es bleibt. Michael kann sich auch so einbringen als Führungsperson“, sagt Trainer Jupp Heynckes.



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