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Bayer-Abwehrstar Hyypiä

Das Geheimnis gesunden Alterns

Von Christian Oeynhausen, 28.07.10, 21:19h, aktualisiert 28.07.10, 22:20h

Nach nur einer Saison gehört der Abwehrspieler Sami Hyypiä zu Leverkusens Stammkader. Im Oktober wird er 37 Jahre alt, aber an ein Karriereende denkt er nicht. In der kommenden Saison wird er jedoch Pausen erhalten.

Sami Hyypiä
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Alter Haudegen: Sami Hyypiä. (Bild: Dahmen)
Sami Hyypiä
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Alter Haudegen: Sami Hyypiä. (Bild: Dahmen)
ST. GALLEN - Man muss ein bisschen suchen, aber dann findet man bei Bayer 04 Leverkusen doch Menschen, die etwas Nettes über die Zeit mit Trainer Bruno Labbadia sagen. Sami Hyypiä zum Beispiel, der sich mit der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes gerade durch die Vorbereitung quält. „Es ist härter als im letzten Jahr. Damals konnten wir die Schwerpunkte etwas anders setzen, weil die Mannschaft noch viel von der Fitness unter Labbadia mitbrachte“, sagt der Finne, der in jenem Sommer kam, als die Verwerfungen des Teams mit dem Coach gerade Vergangenheit waren.

Sami Hyypiä absolviert das 19. Sommer-Camp seiner Profilaufbahn. Wer, wie er 1997 und 1998 bei Willem II Tilburg die Vorbereitungshölle unter dem niederländischen Schleifer Co Adriaanse überstanden hat („die härteste Vorbereitung meine Lebens“), den kann nichts mehr aus der Fassung bringen. Zumal Jupp Heynckes Rücksicht nimmt und für Hyypiä Pausen einbaut. Im Oktober wird er immerhin 37 Jahre alt. Leverkusens Verteidiger wird der älteste Feldspieler der Bundesliga sein, sein Vertrag läuft 2011 aus. Den Rekord von Klaus Fichtel (43 Jahre, sechs Monate) hält Hyypiä für unerreichbar. Aber auf ein Ende will er sich noch nicht festlegen: „Ich weiß noch nicht, ob nächstes Jahr Schluss ist. Natürlich tut es mehr weh als zu der Zeit, als ich 25 war. Aber es ist noch nicht so schlimm, das ich morgens nicht aufstehen kann“, sagt Hyypiä. Er hat mal kurz nachgedacht, als vor einigen Wochen ein Angebot des FC Liverpool kam: Assistent von Trainer Roy Hodgson bei den „Reds“, wo er für zehn Jahre exzellente Abwehrarbeit verehrt wird. „Ja, ich hatte Interesse“, sagt Hyypiä. Bayer 04 hätte abgelehnt und Hyypiä kamen die Mahnungen ehemaliger Mitspieler in den Sinn, die schon zurückgetreten sind: „Spiele, solange du kannst. Es ist die beste Zeit“.

Erstaunlich gute Fitnesswerte

Als nach dem Urlaub bei Bayer 04 die Fitness-Werte gemessen wurden, lag Hyypiä in der Spitzengruppe. Das Geheimnis gesunden Alterns im Hochleistungssport erklärt Hyypiä mit Glück, einer guten körperlichen Grund-Konstitution und Disziplin: „Ich achte auch im Urlaub sehr auf meinen Körper. Du brauchst ein gewisses Fitness-Level, um in die Vorbereitung einzusteigen. Wenn du fünf Wochen lang nichts macht, verletzt Du dich im Training in der ersten Woche“, sagt der 103-malige Nationalspieler Finnlands.

Er wird trotzdem Pausen brauchen und bekommen. 26 Pflichtspiele bis Weihnachten stehen an, wenn Leverkusen die Gruppenphase im Uefa-Cup erreicht. Stefan Reinartz ist der kommende Mann als Innenverteidiger bei Bayer 04. Den Konkurrenzkampf mit dem 15 Jahre Jüngeren sieht der Finne gelassen: „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den anderen Spielern auf meiner Position. Mit vielen war ich befreundet. Wenn mich ein junger Spieler um Rat fragt und ich ihm helfe, besser zu spielen, ist das gut für die Mannschaft.“

Hyypiä und Ballack: Einst Europacup-Rivalen, heute Teamkollegen

Aus der Ruhe zu bringen ist der Mann aus Poorvo kaum. Nur beim Thema Schwalben. Fallsüchtige Stürmer sind die Pest für harte Verteidiger wie ihn. „Einmal Schwalbenkönig, immer Schwalbenkönig“, sagt er verächtlich. Hyypiä, großer Befürworter der Einführung des Videobeweises, würde sogar Elfmeterpfiffe überprüfen lassen.

Keine Schwalbe allerdings war der Sturz von Michael Ballack in Liverpools Strafraum im Halbfinale der Champions League 2008. Hyypiä hatte den Deutschen in der Verlängerung gelegt. Lampard verwandelte für Chelsea, das ins Finale einzog. Ansonsten gab es in England außer den Spielen nicht viele Berührungspunkte zwischen Hyypiä und Ballack. Jetzt sind sie Kollegen. Hyypiä freut sich: „Michael weiß, was man braucht, um ein Champion zu sein.“



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