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Chempark

Dystar richtet sich auf das Ende ein

Von Thomas Käding, 27.01.12, 15:14h

Noch bis Ende März bleibt die Farbstoff-Firma in Leverkusen. Die gesamte Produktion wird nach Indien verlagert. Die Gebäude sollen aber nicht lange leer stehen.

Dystar-Gebäude
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Bald chemiefrei: Ein Dystar-Gebäude unmittelbar an der Werksmauer. Für die weitere Nutzung gibt es bereits Pläne. (Bild: Ralf Krieger)
Dystar-Gebäude
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Bald chemiefrei: Ein Dystar-Gebäude unmittelbar an der Werksmauer. Für die weitere Nutzung gibt es bereits Pläne. (Bild: Ralf Krieger)
Leverkusen - Die Epoche der Textilfarbstoffe geht zu Ende. Nach und nach zieht sich Dystar, die ehemalige Bayer-Beteiligung, aus dem Chempark zurück. Ein Gebäude an der Werksmauer ist seit Wochen eingerüstet. Es wird "chemiefrei" gemacht, muss also rückstandslos an den Besitzer zurückgegeben werden. In diesem Fall ist das Lanxess. Die gesamte Produktion wird nach Indien verlagert; dafür sind in den vergangenen Monaten diverse Maschinen im Chempark abgebaut worden. Auf dem Subkontinent läuft die Produktion nach und nach an: In Leverkusen werden die Maschinen nur noch bis März weiterlaufen, der Zuliefervertrag, den das Werk Brunsbüttel mit dem neuen Dystar-Eigentümer Manish Kiri geschlossen hat, läuft ebenfalls aus. Weil Kiri rund 70 Prozent des Gesamtausstoßes der Brunsbütteler Filiale abgenommen hat, steht dort ein drastischer Stellenabbau an. Wie viele der 127 Mitarbeiter gehen müssen, hat der neue Eigentümer Chemie Bitterfeld-Wolfen noch nicht entschieden.

Wie es am Leverkusener Dystar-Standort weitergeht, ist geklärt: Hier sollen 30 Leute weiterarbeiten. Der Konzern, der seinen Hauptsitz in Singapur genommen hat, will den Europa-Vertrieb vom Chempark und von Frankfurt aus organisieren. Dort war bis zum Verkauf der Firma an Kiri im Februar 2010 die Zentrale von Dystar. Unterdessen reifen Pläne, was an die Stelle der alten Farbstoff-Produktion treten soll. Für das Gebäude G 4 gibt es einen neuen Nutzer: Blankophor, Hersteller von optischen Aufhellern für die papier- und Kartonagenindustrie, übernimmt den Bau mit rund 9000 Quadratmetern Nutzfläche, um dort künftig das Zwischenprodukt Flavonsäure herzustellen. Im Moment kommt der Stoff aus China, die Vorstufe aus dem Chempark. Die daraus resultierenden Transporte hält Blankophor-Chef Eckhard Wenderoth für zu aufwendig und will den kompletten Prozess nach Leverkusen zurückholen. Auch Lagerhaltung und Transport will Wenderoth, der die Papieraufheller-Sparte schon aus Bayer-Zeiten kennt, wieder im Chempark ansiedeln.

Auch für andere Dystar-Gebäude würden schon Pläne gewälzt, sagte am Donnerstag Michael Nassenstein, Sprecher bei Currenta, auf Anfrage. Nähere Auskünfte verweigerte er mit Blick auf den Verhandlungsstand.



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