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0:1-Niederlage

Bayer verliert knapp beim BVB

Von Frank Nägele, 11.02.12, 17:33h, aktualisiert 12.02.12, 20:33h

Borussia Dortmund bleibt Tabellenführer. Ohne den ganz großen Esprit setzte sich das Team von Jürgen Klopp gegen harmlose Leverkusener mit 1:0 durch. Kagawa war bester Akteur und traf entscheidend. Ballack durfte erneut nicht mitwirken.

Kagawa
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Löste mit seinem 1:0 den Knoten für sein Team: Shinji Kagawa. (Bild: dapd)
Kagawa
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Löste mit seinem 1:0 den Knoten für sein Team: Shinji Kagawa. (Bild: dapd)
DORTMUND - Wenn nach einem 1:0-Sieg im Fußball die Trainer beider Mannschaften zufrieden sind, kann irgend etwas nicht stimmen. Exemplarisch dafür steht das Spiel zwischen Deutschland und Österreich bei der Weltmeisterschaft 1982, das am 25. Juni desselben Jahres als „Schande von Gijon“ in die Geschichte der Sportart einging.

Mit diesem Ergebnis, das früh feststand, weil sich danach kein Team mehr um Änderung bemühte, erreichten beide Mannschaften die Zwischenrunde und Algerien schied aus. Das 1:0 zwischen Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen vom 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga war ganz anderer Natur. Es gab einen Sieger: Dortmund. Und einen Verlierer: Leverkusen. Aber Trauernde hinterließ dieses Ereignis nicht.

Die einen festigten mit dem 15. Spiel ohne Niederlage ihre Tabellenführung. Die anderen hatten sich bewiesen, das es auch im Zustand gelinder Verunsicherung möglich ist, als Liga-Sechster gegen eine in allen Belangen bessere Mannschaft nur ganz knapp zu verlieren. Mit diesem Wissen lässt sich ein paar Tage später schon viel besser in der Champions League gegen die vermeintlich beste Mannschaft der Welt spielen. Der FC Barcelona kann kommen, Bayer 04 ist im Rahmen seiner derzeit limitierten Möglichkeiten gerüstet für das Spiel am Dienstag um 20.45 Uhr in der BayArena.

Hilfreich ist, wenn der Trainer des anderen Teams die Leistung des Unterlegenen nach Kräften überhöht. Jürgen Klopp, der Bayer 04 als „unfassbar stark“ angekündigt hatte, sah im Werksklub einen „gut organisierten und hoch motivierten Gegner“, der „Lust hatte, Fußball zu spielen“. Die Leistung seiner Mannschaft muss also darin bestanden haben, dass von dieser Lust nichts mehr zu sehen war.

Und deshalb war er sehr glücklich mit dem 1:0, das der Japaner Shinji Kagawa Sekunden vor der Pause nach einer Einzelleistung erzielte, die Leverkusens ansonsten ordentliche Defensive wie ein Gruppe Schlafwandler aussehen ließ. Das war natürlich der dümmste aller Zeitpunkte für so ein Ereignis nach 45 Minuten Schwerstarbeit im Steinbruch moderner Ball-Raum-Verteidigung.

Und ein einziger Fehlpass von Daniel Schwaab in die Spielmitte hatte es eingeleitet. Deshalb blieb dem Leverkusener Trainer Robin Dutt gar nichts anderes übrig, als seine Grundordnung beizubehalten und auf das Wunder eigener Torgefahr zu hoffen, die aber auch ausblieb, als er mit Renato Augusto und Karim Bellarabi zwei etwas offensivere Kräfte eingewechselt hatte. „Ich war trotz des knappen Spielstandes immer ganz ruhig“, erklärte Jürgen Klopp, „und ich werde ja schnell mal unruhig.“

Der spektakuläre Mangel an Offensivpotenzial brachte Robin Dutt nicht um seine Gelassenheit. Das ist ja nichts Neues. „Wir haben zu wenig Torchancen, das ist ja nichts Neues“, sagte Sportchef Rudi Völler. Der Trainer sprach von Automatismen, über die man im Gegensatz zu Dortmund nicht verfüge. Stefan Kießling arbeitet als nomineller Mittelstürmer weiter an der Erfindung einer neuen Spielposition, die irgendwann vielleicht einmal den Namen Vorwärtsverteidiger tragen wird.

Eine Chance hatte er nur zum Eigentor, das der Kollege Bernd Leno verhinderte, wie in drei weitere Situationen, bei denen Dortmunder alleine vor ihm aufgetaucht waren. André Schürrle hat jeden Zug zum Tor und alle Lust am Abschluss verloren. Für die einzige chancen-ähnliche Situation in Tornähe sorgte Kapitän Simon Rolfes, der nach Zuspiel von Lars Bender aus kurzer Distanz fast zum Schuss gekommen wäre.

So plätscherte ein 0:1 seiner Vollendung entgegen, das nicht einmal mehr als Rahmen einer Michael-Ballack-Entrüstungsgeschichte taugte, obwohl der 35-Jährige nur ein spätes Aufwärmprogramm erledigen durfte. Die Frage, ob er gegen den FC Barcelona spielen würde, erledigte sich am Sonntag mit der Meldung, dass sich Ballack beim Training einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen habe. Ab sofort zählt sowieso nur noch ein Gedanke: Barcelona! Mit ihm assoziiert sind: beste Mannschaft der Welt, Messi, Xavi, Iniesta, größtmögliches Kino.„Wer sich darauf nicht freut, soll keinen Fußball spielen“, sagte Bayers Deutsch-Spanier Gonzalo Castro.



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